kalaydo.de Anzeigen

Streik am Flughafen Frankfurt: Lufthansa verliert durch Streik Millionen

Auch heute fallen wegen des Streiks der Vorfeld-Beschäftigten auf dem Flughafen Frankfurt hunderte Flüge aus. Die Lufthansa erwägt wegen der Umsatzverluste in Millionenhöhe eine Klage gegen die Gewerkschaft.

Die Lufthansa beklagt Umsatzeinbußen in zweistelliger Millionenhöhe.
Die Lufthansa beklagt Umsatzeinbußen in zweistelliger Millionenhöhe.
Foto: dpa
Frankfurt –  

Der Streik am Frankfurter Flughafen sorgt bei der Lufthansa für erhebliche Umsatzausfälle. „Bei den Erlösen haben wir bereits einen hohen zweistelligen Millionenbetrag eingebüßt“, sagte Lufthansa-Personalvorstand Stefan Lauer der „Financial Times Deutschland“. Seit Streikbeginn am vergangenen Donnerstag bis einschließlich Dienstag seien bei der Lufthansa knapp 700 Flüge ausgefallen, 55.000 Passagiere hätten nicht befördert werden können.

„Wir sind Hauptbetroffener des Streiks“, sagte Lauer. Für die Fluggesellschaft ist der Frankfurter Flughafen das mit Abstand wichtigste Drehkreuz. Dem Flughafenbetreiber Fraport stärkte Lauer den Rücken: „Wir sind der Auffassung, dass Fraport der Erpressung durch die GdF nicht nachgeben sollte.“ Die Forderungen seien nicht hinnehmbar.

Tarifkonflikt am Frankfurter Flughafen
Wie stehen die Chancen auf eine schnelle Einigung?

Wenn man am Freitag mit beiden Parteien spricht, ist herauszuhören, dass die Chancen auf eine schnelle Einigung denkbar schlecht stehen. Die GdF droht mit immer schärferen Streikmaßnahmen, während die Betreiberin Fraport nur auf der Grundlage ihres letzten Angebots weiterverhandeln will. Wie dieses aussieht, sagt Fraport nicht. Laut Fraport fordert die GdF zwischen 64 und 73 Prozent mehr Geld für die Vorfeldmitarbeiter. Hinter den Kulissen sammelt die Betreiberin weiter kräftig Arbeitskräfte, die auch in den kommenden Tagen die Aufgaben der Streikenden übernehmen könnten.

Sollte der Arbeitskampf andauern, erwägt die Lufthansa laut Lauer auch juristische Maßnahmen gegen die Gewerkschaft. „Das schließen wir nicht aus.“ Erwogen würden dann auch Schadenersatzansprüche wegen Unverhältnismäßigkeit.

#gallery

Streik am Frankfurter Flughafen

Bildergalerie ( 18 Bilder )

Jeder achte Flug annulliert

Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) hat den Streik bis Freitagnacht verlängert. Knapp 200 Vorfeldmitarbeiter legten auch am Mittwoch die Arbeit nieder. Am nunmehr fünften Tag des Ausstands wurden von 1.260 Flügen bis zum Vormittag bislang 165 annulliert, wie der Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport, Mike Schweitzer, am Morgen sagte. Es könnten aber im Laufe des Tages noch einige hinzukommen. Am Dienstag waren rund 190 Flüge angesagt worden. Fraport setzt Aushilfskräfte ein, die die Abwicklung des Verkehrs immer besser in den Griff bekommen und so die Ausfälle in engen Grenzen halten.

#textline

Die Situation zwischen den Tarifparteien gilt verfahren. Gespräche gab es seit Beginn des Ausstands in der letzten Woche keine. Die GdF wirft Fraport vor, mit dem Einsatz von Ersatzpersonal die Sicherheit der Fluggäste zu gefährden. Sie kritisiert, viele Ersatzkräfte hätten nur eine Kurzausbildung von zwei Tagen hinter sich, während dafür normalerweise sechs bis sieben Monate erforderlich seien. Das sei jenseits der Legalität. Fraport weist die Vorwürfe zurück.

Umstritten ist die Höhe der GdF-Forderungen im Schlichterspruch, den Fraport abgelehnt hatte. Der Flughafenbetreiber spricht von überzogenen Lohnerhöhungen bis zu 70 Prozent, dabei rechnet er aber auch Forderungen nach höheren Zulagen und geringerer Arbeitszeit mit ein. Die Gewerkschaft widersprach dem und erklärte, es gehe um Lohnsteigerungen von maximal 28 Prozent über komplette vier Jahre. (dpa/dapd)

Datum:  22 | 2 | 2012
Kommentare:  Kommentieren
Empfehlen:  E-Mail
Leserbrief:  Leserbrief
Artikel:  Drucken
Ressort

Nachrichten aus der Wirtschaft, Börsen-Trends, Kurse und Finanz-Themen.


Faktencheck
Zurück zur Drachme um den Euro zu retten?

Griechenland steht im Ruf, über seine Verhältnisse gelebt zu haben. Mythen über die Ursachen der Krise.

Fotostrecke
Forum Entwicklung
Das Forum Entwicklung ist eine Veranstaltungsreihe von FR, Giz und HR-Info.

Am 31. Mai diskutiert FR-Redakteur Tobias Schwab mit Fernsehköchin Sarah Wiener und weiteren Gästen das Thema "Wer verdient am Kaffee?"

Faktencheck
Steigende Beiträge zur Sozialversicherung - die Zukunft?

Was würde passieren, wenn Deutschland ein Sparpaket bewältigen müsste wie Griechenland? Ein erschreckendes Szenario.

Ressort

Die Schuldenkrise hat Europa im Griff: Nachrichten zur Eurokrise, Konjunktur, Eurobonds und Ratingagenturen.


Anzeige

Tops und Flops in der Wirtschaft

Anzeige

 

Video

  • 6.339,94 Pkt. +24,05 (+0,38%)
  • 10.196,44 Pkt. -35,08 (-0,34%)
  • 752,47 Pkt. +0,62 (+0,08%)
  • 8.580,39 Pkt. +17,01 (+0,20%)
  • 1,2512 USD -0,0003 (-0,02%)
in Zusammenarbeit mit Finanzen100.de
Atommüll-Endlager
Schacht Konrad - Das ehemalige Erzlager soll 2019 den Betrieb als Endlager für Atommüll aufnehmen. Geplant ist, 90 Prozent des gesamten Volumens der radioaktiven Abfälle in Deutschland zu lagern.

Der Bau des Endlagers für Atommüll wird voraussichtlich erst 2019 fertig. Es drohen Zusatzkosten von bis zu einer Milliarde Euro. Zur Grafik...

 Mehr...

Brutto / Netto Rechner
Optimieren Sie Ihr Gehalt:
Bruttogehalt (Euro mtl.)
St.-Kl.
Arbeitslosengeldrechner
Wie viel Arbeitslosengeld steht Ihnen zu?
Bruttogehalt (jährl. Euro) Steuerklasse
Kinder Ja Nein Berechnen
Anzeige

Finden Sie jetzt gezielt den richtigen Partner für eine glückliche Beziehung. So wird Ihre Partnersuche ganz einfach.

ANZEIGE
- Business
- sonstiges
- Kauftipps!