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15. Oktober 2014

Streik Germanwings Piloten: Der nächste Streik kommt

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Am Donnerstag bleiben die Maschinen der Germanwings auf dem Boden.  Foto: dpa

Deutschland im Verkehrschaos: Kaum ist der 14-stündige Streik der Gewerkschaft GDL beendet, steht der Streik der Piloten von Germanwings bevor. Es ist der siebte Streik im Hause Lufthansa in diesem Jahr.

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Deutschland im Verkehrschaos: Am Mittwoch ist der Bahnverkehr wegen des 14-stündigen Streiks der Lokführer weitgehend zum Erliegen gekommen – an diesem Donnerstag jedoch sollen die Züge vom frühen Morgen an wieder weitgehend pünktlich unterwegs sein. Ziel sei es, die Pendler rechtzeitig zur Arbeit zu bringen, teilte die Deutsche Bahn mit. Der Verkehr sei "flächendeckend gut angelaufen", sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn. Im morgendlichen Berufsverkehr müsse aber noch vereinzelt mit Verspätungen und Zugausfällen gerechnet werden.

Auch viele Flugreisende werden sich in Geduld üben müssen: Im Tarifkonflikt bei der Lufthansa sind am Donnerstag die Piloten der Billig-Tochter Germanwings von Mittag bis Mitternacht zum Streik aufgerufen. „Betroffen sind alle Flüge der Germanwings deutschlandweit“, gab die Vereinigung Cockpit bekannt. 218 Flüge sind demnach betroffen. Der Streik bei Germanwings ist bereits der siebte im Hause Lufthansa in diesem Jahr.

„Bahn löst Chaos aus“

Bei der Bahn waren am Mittwochnachmittag die meisten Lokführer dem Streikaufruf der Gewerkschaft GDL gefolgt. Je nach Schicht beteiligten sich nach Angaben von GDL-Chef Claus Weselsky 2000 bis 5000 Beschäftigte am Ausstand. Betroffen vom Streik waren der Fern- und Regionalverkehr, die S-Bahnen und der Gütertransport. Zwei von drei Fernzügen mussten nach Bahn-Angaben ausfallen. Der Streik sollte von Mittwoch 14 Uhr bis Donnerstag 4 Uhr dauern.

Es handelte sich um den zweiten längeren flächendeckenden Ausstand der GDL-Lokführer. Sie hatten bereits Anfang der vergangenen Woche den Bahnverkehr weitgehend zum Erliegen gebracht. Um dieses Mal die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten, setzte die Deutsche Bahn bereits ab Mitternacht einen eingeschränkten Fahrplan in Kraft: Viele Züge blieben in den Depots. Damit sollte verhindert werden, dass streikende Lokführer am Nachmittag die Fahrzeuge unterwegs abstellen und Gleise blockieren. Die Bahn wollte auf diese Weise sicherstellen, dass sich die Züge am Donnerstagmorgen zu Betriebsbeginn dort befinden, „wo sie hingehören“, sagte ein Bahn-Sprecher.

Die Anzeige eines Zuges der Deutschen Bahn im Hauptbahnhof in Dresden.  Foto: dpa

Die Bahn arbeite mit „perfiden Methoden“, um die eigenen Beschäftigten zu diskreditieren, sagte hingegen Weselsky. Tausende Lokführer und Zugbegleiter hätten seit Schichtbeginn um Mitternacht ihre Arbeitskraft angeboten, seien aber nicht eingeteilt worden. „Damit löst die DB ein Chaos aus, das durch nichts zu rechtfertigen ist. Jeder Fachmann weiß, dass kein Notfallfahrplan 14 Stunden vor dem Streik beginnen muss“, hieß es in einer Mitteilung der GDL.

Die GDL fordert im Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn fünf Prozent mehr Geld und kürzere Wochenarbeitszeiten. Eigentlicher Knackpunkt ist aber die Forderung der Gewerkschaft, künftig auch Tarifverträge für andere Bahn-Berufsgruppen als die Lokführer abzuschließen – also beispielsweise Zugbegleiter oder Mitarbeiter der Bordgastronomie. Diese Beschäftigten sind in der Regel bei der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) organisiert, die im Gegensatz zur GDL dem Deutschen Gewerkschaftsbund angehört.

Machtgelüste der GDL

Die Deutsche Bahn will unbedingt vermeiden, dass innerhalb des Unternehmens künftig konkurrierende Tarifverträge gelten. Personalvorstand Ulrich Weber sagte am Mittwoch, die GDL wolle mit niemandem zusammenarbeiten, sie stelle Machtgelüste über vernünftiges Handeln. Den jüngsten Streik bezeichnete er als „Dreistigkeit“: Für Mittwoch und Donnerstag seien eigentlich vertrauliche Treffen mit den GDL-Unterhändlern verabredet gewesen. Diese Chance sei mit dem Ausstand vertan. Auch der Fahrgastverband Pro Bahn kritisierte den Streik.

GDL-Chef Weselsky warf der Bahn vor, inhaltliche Tarifverhandlungen zu verweigern. „Die DB verlangt von uns tatsächlich, dass wir die Füße stillhalten, bis wir gesetzlich abgeschafft werden.“ Hintergrund dieser Äußerung sind Pläne der Bundesregierung, per Gesetz die Tarifeinheit in Unternehmen herzustellen. Das Nachsehen hätten dann kleine Spartengewerkschaften wie die der Lokführer. (aktualisiert mit dpa)

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