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20. November 2012

Strompreis: Großunternehmen sparen sich Netzgebühren

 Von Jakob Schlandt
Der Zähler dreht sich, die Preiswelle rollt. Nur die Energiepolitik bleibt ungerecht.  Foto: dpa

Während Kleinverbraucher zukünftig mehr als eine Milliarde Euro Netzgebühren zahlen, werden Strompreis-Rabatte für Großunternehmen großzügig gewährt. Nutznießer sind Konzerne wie Aldi, Procter & Gamble, 1&1 Internet AG und die Caritas.

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Der Ansturm auf die von der schwarz-gelben Koalition eingeführten Strompreis-Rabatte geht weiter. Insgesamt liegen über 3 000 Anträge von Unternehmen vor, die sich von den Netzentgelten befreien lassen oder starke Rabatte erhalten wollen. Dies geht aus Listen der Bundesnetzagentur hervor, die dieser Zeitung vorliegen. Hinzu kommen Anträge bei Landesbehörden. Etwa 1 000 Anträge sind bislang genehmigt. Die Kosten für die Befreiung tragen die deutschen Haushalte und Kleingewerbe.

Eigentlich ist die im Sommer vergangenen Jahres beschlossene Netzentgeltbefreiung als Subvention für die deutsche Schwerindustrie gedacht. So erhält die f-glass GmbH aus Sülzetal als größter Posten Entlastungen in Höhe von gut 22 Millionen Euro pro Jahr. Trimet Aluminium aus Hamburg profitiert mit knapp 20 Millionen Euro. Auch der Uranhersteller Urenco aus Gronau hat sich befreien lassen und zahlt nun 939 000 Euro weniger.

Allerdings werden auch Dienstleister vom Netzentgelt befreit. Die 1&1 Internet AG spart sich 310 000 Euro pro Jahr. Der Versicherungskonzern Allianz erhält für sein Rechenzentrum knapp 800 000 Euro. Der Lebensmittelriese Procter & Gamble muss 731 000 Euro weniger zahlen. Teilweise vom Netzentgelt befreit werden unter anderem ein Golfplatz, Caritas-Einrichtungen, Aldi und sogar die Bundesdruckerei.

Die grüne Bundestagsabgeordnete Bärbel Höhn sagte auf Anfrage, die daraus resultierenden Belastungen für Kleinverbraucher würden zukünftig auf über eine Milliarde Euro pro Jahr klettern. „Die Subventionierung bei den Netzentgelten muss schleunigst rückgängig gemacht werden. CDU und FDP haben sie mit Stromkostensteigerungen durch den Atomausstieg begründet. Die Börsenstrompreise sind aber seitdem gefallen, die Befreiungen sind deshalb absurd.“

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