Jobs in Deutschland sind im Schnitt genauso stabil wie in den 1980er Jahren - trotz Leiharbeit und alledem. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts Arbeit und Qualifikation an der Uni Duisburg-Essen.
Demnach waren Beschäftigte in Westdeutschland 1985 im Schnitt seit rund zehn Jahren in ihrem derzeitigen Betrieb angestellt. Auch 2008 lag die durchschnittlich Betriebszugehörigkeit bei gut zehn Jahren. Das zeigten insbesondere Ergebnisse des sozio-ökonomischen Panels, bei dem Haushalte jährlich befragt werden. In Ostdeutschland ist die Jobdauer nach der Wiedervereinigung stark gesunken und hat sich inzwischen knapp unter Westniveau eingependelt.
Eine andere Kennziffer komme zum gleichen Ergebnis: Beschäftigte, die ihren Job gewechselt haben, wurden gefragt, wie lange ihr letztes Arbeitsverhältnis gedauert hat. Damals wie heute waren es um die vier Jahre. In dieser Befragung tauchen Menschen kaum auf, die über Jahrzehnte in einem Unternehmen arbeiten.
Dass sich die Zunahme atypischer Jobs hier nicht bemerkbar macht, erklärt Studienautor Marcel Erlinghagen so: Die Zahl der Leiharbeiter, die oft nur einige Monate beschäftigt sind, ist zwar gestiegen. Ihr Anteil an allen Beschäftigten sei aber immer noch gering. Und die Zunahme befristeter Verträge sorgt zwar oft für mehr Unsicherheit. Häufig würden die Leute dann aber doch übernommen.
Insgesamt hätten immer mehr Beschäftigte Angst vor Jobverlust, so die Studie. Insbesondere zwischen 2001 und 2004 sei die Zahl der Menschen nach oben geschnellt, die sich große Sorgen um die Sicherheit ihres Arbeitsplatzes machen: von zehn auf rund 20 Prozent in Westdeutschland. Im folgenden Aufschwung ging die Zahl wieder etwas zurück, lag aber immer noch höher als in den 1990er Jahren.
Erlinghagen vermutet, dass die Hartz-Reformen bei vielen Beschäftigten einen "Schock" verursacht haben könnten: Sie haben Angst, nach einem Jahr zum Hartz-IV-Fall zu werden. Auch die zunehmende Lohnungleichheit könne verunsichern. Die Wissenschaft sei sich weitgehend einig, dass Jobangst tendenziell zu einer geringeren Motivation und Leistungsbereitschaft führe.
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