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11. Januar 2013

Studie zum Fleischkonsum: Die Spur der Steaks

 Von Katja Tichomirowa und Jakob Schlandt
Der Durchschnittsdeutsche isst während seines Lebens vier ausgewachsene Rinder.  Foto: dpa

Mehr als 1000 Tiere verzehrt jeder Deutsche im Laufe seines Lebens. Dieser maßlose Konsum hinterlässt Schäden in der ganzen Welt, wie eine neue Studie zeigt.

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Mehr als 1000 Tiere verzehrt jeder Deutsche im Laufe seines Lebens. Dieser maßlose Konsum hinterlässt Schäden in der ganzen Welt, wie eine neue Studie zeigt.

Ein Durchschnittsdeutscher, der sich aufmachte, für die Dauer seines Lebens einzukaufen, hätte vier ausgewachsene Rinder, vier Schafe, 12 Gänse, 37 Enten, 46 Schweine, 46 Puten und 945 Hühner auf seinem Einkaufszettel stehen. 1094 Tiere isst er im Verlauf seines Lebens, doppelt so viel wie der Durchschnittsverbraucher in den Entwicklungs- und Schwellenländern.

Der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland, die Heinrich-Böll-Stiftung und die Monatszeitschrift Le Monde diplomatique haben diese und andere Zahlen zusammengetragen. Sie geben nicht nur Auskunft über die schiere Menge des konsumierten Fleisches, sondern auch über die Folgen des weltweiten Konsums für die Verbraucher und für die Umwelt.

Auskünfte darüber, welche Folgen ein in Deutschland verzehrtes Schnitzel auf den Regenwald im Amazonas haben kann, finden sich auf keiner Fleischverpackung. Ebenso wenig erfährt der Käufer des Schnitzels welche Umweltschäden die Produktion desselben verursacht hat. Dass sie als Steuerzahler für deren Beseitigung aufkommen müssen, wissen die wenigsten.

Auch die Folgen des Fleischkonsums für das Klima bleiben den meisten Konsumenten unbekannt, ebenso wie die Übernutzung von Flüssen und Seen.

Ein weiterer Kritikpunkt sind schlechte Bedingungen bei der Tierhaltung. Auch das Image der heimischen Fleischindustrie ist nicht das beste. Der Deutsche Bauernverband (DBV) möchte dagegen ansteuern. Am Donnerstag gab der im für die Tierhaltung zuständige Präsident Johannes Röring einige Details einer neuen Initiative bekannt. Bauernvertreter, Ernährungsindustrie und Einzelhandel befinden sich demnach „in intensiven Gesprächen, wie wir die Tierhaltung deutlich verbessern können. Wir wollen die Akzeptanz erhalten und weiter deutliche Fortschritte beim Tierschutz erreichen.“ Dies sei aber nicht mit Billigpreis-Kampagnen zu erreichen. Auch dürfe das Tierwohl nicht durch ausländische Konkurrenz unterlaufen werden. Bis Mitte dieses Jahres sollen Ergebnisse vorliegen.

Konkret will der DBV zum Beispiel durch durchgängiges Monitoring der Tiergesundheit Verbesserungen erreichen. So gingen noch zu viele Informationen aus der Fleischverarbeitung verloren. „Die landwirtschaftlichen Betriebe sollen in die Lage versetzt werden, mit Hilfe dieser Daten ihren Beitrag zu leisten, das Wohl der Tiere zu verbessern“, sagte Röring. Weiter müssten Resistenzen bekämpft werden, um den Antibiotikaeinsatz zu reduzieren. Die Qualitätssteigerungen würden sich auch im Preis an der Ladentheke bemerkbar machen, wenn auch nur moderat, sagte Röring. Billig und besser – das geht bei Fleisch eben nicht. (mit jas.)

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