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05. August 2011

Sturzflug: Aktienmärkte brechen weltweit ein

 Von Stephan Kaufmann
Manchmal ist es ein Kreuz mit den Kursen: Ein Händler in der Frankfurter Börse blickt skeptisch auf seine Bildschirme.  Foto: dapd/Martin Oeser

Nicht nur der Dax sinkt auf sein Jahrestief. Staatsschulden und Sorgen um eine Abkühlung der Weltwirtschaft sorgen für Kursrutsche weltweit. Auch der Dow Jones Industrial stürzte auf ein neues Rekordtief für 2011.

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Nicht nur der Dax sinkt auf sein Jahrestief. Staatsschulden und Sorgen um eine Abkühlung der Weltwirtschaft sorgen für Kursrutsche weltweit. Auch der Dow Jones Industrial stürzte auf ein neues Rekordtief für 2011.

Frankfurt –  

Der Abwärtsdruck an den Finanzmärkten erfasst jetzt auch die Aktienwerte. Weltweit brachen die Kurse am Donnerstag ein, der Deutsche Aktienindex (Dax) sank auf ein Jahrestief. Der Börsenwert der 30 Dax-Konzerne hat sich in den vergangenen Tagen um 100 Milliarden Euro vermindert. Die Aktienmärkte haben weltweit mehr als zwei Billionen Dollar eingebüßt. „Die Stimmung scheint vorläufig einen neuen Tiefpunkt erreicht zu haben“, erklärte Matthias Thiel, Analyst beim Bankhaus M.M.Warburg.

Grund für den Kurssturz sind die Sorgen um eine Abkühlung der globalen Konjunktur. Zwar liegen die Gewinne der Unternehmen noch immer hoch, die Überschüsse im zweiten Quartal lagen in den USA um 18 Prozent und in Europa immer noch um acht Prozent höher als im Vorjahreszeitraum.

Doch der Ausblick ist unsicher. Insbesondere in der größten Volkswirtschaft der Welt, den USA, verlangsamt sich das Wachstum. Gleichzeitig können die Regierungen aufgrund ihrer hohen Schulden nicht mehr die Konjunktur ankurbeln. Ein schwächeres Wachstum wiederum macht es den Staaten immer schwerer, ihre Schulden abzubauen.

Anstoß zum Absturz: Trichet und USA

Auslöser des Kursrutsches gestern war zum einen die Warnung von Jean-Claude Trichet, Präsident der Europäischen Zentralbank, der vor „außergewöhnlich großer Unsicherheit“ warnte. Zudem gab es enttäuschende Zahlen aus den Vereinigten Staaten: Die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung gingen im Juli kaum zurück. Das bedeutet, dass sich Amerikas Arbeitsmarkt kaum erholt – schlechte Nachrichten für den US-Konsum, der 70 Prozent der amerikanischen Wirtschaftsleistung ausmacht. Dies schickte gestern auch die Börsen der Schwellenländer in den Keller.

Aus Furcht vor einer Abkühlung der Weltwirtschaft verbilligte sich gestern auch Rohöl. Der Preis für die Nordseesorte Brent zur Auslieferung im September sank bis zum Abend um mehr als drei Prozent.

Anleger flüchteten sich in relativ sichere Anlagen. US-Staatsanleihen wie auch Bundesanleihen legten kräftig zu. „Angesichts der zunehmend unrealistischeren Gewinnerwartungen für das kommende Jahr und dem Risiko, dass sich die europäische Schuldenkrise weiter zuspitzt, halten wir unser Jahresendziel von 7850 Dax-Punkten nicht mehr für erreichbar“, so Banken-Analyst Matthias Thiel.

Auch die Lage am US-Aktienmarkt hat sich am Donnerstag dramatisch verschärft: Der Dow Jones Industrial stürzte um mehr als 500 Punkte ab und fiel erstmals seit Dezember 2010 wieder unter die Marke von 11 400 Punkten. Damit unterbot er deutlich sein bisheriges Jahrestief, dass er im März während der sich zuspitzenden Reaktorkatastrophe in Fukushima erreicht hatte. Marktteilnehmer warten nun mit besonders großer Anspannung auf den am Freitag anstehenden US-Arbeitsmarktbericht. Der Dow Jones schloss bei 11.383,68 Punkten und damit weit unterhalb seines bisherigen Jahrestiefs. (mit dpa)

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