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26. Januar 2013

Süßwarenmesse: Der Kick im Mund

 Von Evelyn Binder

Die Internationale Süßwarenmesse in Köln kitzelt die Geschmacksnerven von sauer bis lustig. Mit ihren Produktinnovationen setzen die Hersteller vor allem auf den Überraschungseffekt.

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Köln –  

Jeder Biss ist ein Risiko: Tödlich sind sie natürlich nicht, ganz ungefährlich aber auch nicht. Wer in die Knabber-Tüte „Russisch Roulette“ greift, erwischt mal eine würzige, mal eine höllisch scharfe Erdnuss im Teigmantel, merkt es aber erst im Mund. Ein echter Kick, passend zur kommenden Leichtathletik-WM in Russland, glaubt der Hersteller.

Auf den Überraschungseffekt setzen bei der Internationalen Süßwarenmesse Messe in Köln (27. bis 30. Januar) auch andere Hersteller mit ihren Produktinnovationen: Ein Pralinenhersteller etwa füllt weiße Schokoladentrüffel mit Gin und Zitrone. Lässt man die Kugel langsam im Mund zergehen, prickelt und knistert es auf der Zunge und am Gaumen.

Schokolade mit Birkenrinde

Überhaupt darf es für viele Kunden offenbar gern ein bisschen würziger sein. Schokolade mit Chili ist bereits Legende, neu hinzu kommen nun Zartbitterpralinen mit Meersalz oder Schokolade mit Birkenrinde. Knabbernden Couch-Potatoes wird mit Chilli-Chips Pfeffer gegeben.

Ein anderer Hersteller würzt Chips in Pommes-Form mit Currywurst-Aroma. Auch beim Popcorn muss man sich nicht mehr nur zwischen süß und salzig entscheiden: Ein Hersteller präsentiert auf der ISM Popcorn mit dem Wassermeerrettich Wasabi, für das man noch nicht einmal mehr Topf oder Pfanne erhitzen muss. Die Tüte wird einfach in die Mikrowelle gesteckt.

Die Geschmacksnerven werden an vielen Ständen auf die Probe gestellt: Ein Hersteller, der in den Jahren zuvor bereits mit 4711- und Sauerkraut-Schokolade punktete, zeigt diesmal Schokolade mit Nudeln sowie Gurke. Der Nachgeschmack ist zumindest bei letzterer Variante gewöhnungsbedürftig und erinnert unangenehm an Eingelegtes. Ansonsten gibt es viel traditionelle Milchschokolade in neuen Formen – etwa als Schokostück in Sonnenbrillen-Form.

Blecherner Jodel-Alarm

Ein großes Thema auf der Fachmesse, zu der mehr als 1000 Aussteller erwartet werden und nur Fachbesucher Zutritt haben, sind auch in diesem Jahr wieder Produkte für Menschen mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten: Süßes ohne Gluten, ohne Laktose, ohne Fructose. Immer mehr Hersteller haben zudem ein Herz für Vegetarier und bieten Fruchtgummi ohne (Schweine-)Gelatine.

Überraschen will manch ein Anbieter auch mit Verpackungen: Ein Schweizer Schokowaffel-Hersteller bietet sein Produkt in einem Karton mit Schweizer Bauernmalerei an. Beim Öffnen der Box ertönt ein blecherner Jodel-Alarm zur Einstimmung auf die Alm. Wie das klingt? So blöd, dass es schon wieder lustig ist.

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