Sultan Hassanal Bolkiah, 63, ist ziemlich viel in einer Person, darunter Staatsoberhaupt, Premier, Verteidigungs- und Finanzminister. Vor allem aber ist der Mann reich, sagenhaft. Er schafft es regelmäßig, so auch in diesem Jahr wieder, auf die Liste der reichsten Menschen des Planeten, die das US-Magazin Forbes zusammenstellt.
Das Wort vom märchenhaften Reichtum ist zwar abgenützt, aber im Zusammenhang mit Hassanal Bolkiah, dessen Vermögen derzeit auf 20 Milliarden US-Dollar taxiert wird, darf man es doch noch mal hinschreiben.
"Märchenhafter Reichtum" fasst die Inventarliste des Regenten ganz gut zusammen, auf der unter anderem folgende Gegenstände stehen: ein privater Jumbo-Jet, natürlich mit vergoldeten Wasserhähnen, dazu noch einige bescheidenere Flugzeuge und Helikopter; eine Autosammlung, die bis zu 5000 Fahrzeuge der hochwertigen Art umfassen soll, darunter nach letzten Schätzungen 232 Mercedes, 224 Ferrari und 130 Rolls-Royce. Selbstverständlich auch eine Yacht, 142 Meter lang, nennt der Herrscher sein eigen.
Und dann ist da noch sein Amtssitz, der Istana Nurul Iman heißt und viermal so groß ist wie das Schloss von Versailles und dreimal so groß wie der Buckingham-Palast. Der Palast, der größte der Welt , steht in der Hauptstadt Bandar Seri Begawan, hat eine Wohnfläche von 200.000 Quadtrametern und 1800 Räume. Privat bescheidet sich der Sultan mit dem wesentlich kleineren Anwesen Nurul Iman, das lediglich 366 Zimmer hat.
Natürlich ist der Reichtum nicht wirklich märchenhaft, sondern basiert auf dem Öl- und Gasreichtum des Staates auf der Insel Borneo, der 1982 seine Unabhängigkeit von Großbritannien erlangte. Und darauf, dass das Herrschergeschlecht seit 600 Jahren an der Macht ist und damit schon 20 Generationen von Untertanen den Wohlstand der Dynastie mehren mussten. Hassanal Bolikah, ist der 29. Sultan.
Irgendwie gehört dem Herrscher-Sultan das Land, das 2008 bei Einnahmen von 6,9 Milliarden US-Dollar und Ausgaben von vier Milliarden einen Überschuss von 2,9 Milliarden Dollar erwirtschaftete. Staatsverschuldung ist denn auch ein Fremdwort im Sultanat.
Der Herrscher lässt seine Mitbürger aber nicht darben. Er belästigt sie nicht weiter mit Einkommenssteuern und die Gesundheitsversorgung und das Bildungssystem werden kostenlos zur Verfügung gestellt.
Bei alledem ist Hassanal Bolkiah niemandem so richtig Rechenschaft schuldig darüber, was er mit seinem Reichtum macht, denn eine politische Opposition gibt es in dem Land nicht,in dem Parteien seit mehr als 20 Jahren verboten sind.
Nachrichten aus der Wirtschaft, Börsen-Trends, Kurse und Finanz-Themen.
Am 31. Mai diskutiert FR-Redakteur Tobias Schwab mit Fernsehköchin Sarah Wiener und weiteren Gästen das Thema "Wer verdient am Kaffee?"
Die Schuldenkrise hat Europa im Griff: Nachrichten zur Eurokrise, Konjunktur, Eurobonds und Ratingagenturen.