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03. Oktober 2012

T-Mobile USA: T-Mobile fusioniert mit Metro PCS

 Von Frank-Thomas Wenzel
T-Mobile USA fusioniert mit dem kleineren Konkurrenten MetroPCS. Foto: dapd

Die Telekom-Tochter T-Mobile USA fusioniert mit dem kleinerem Konkurrenten Metro PCS. Es ist die vielleicht letzte Möglichkeit für den Mobilfunkanbieter, wieder Boden unter den Füßen zu bekommen.

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Vielleicht ist es für Telekom-Chef René Obermann die letzte Chance, T-Mobile USA aus der Sackgasse zu führen. Die Mobilfunktochter wird mit dem kleineren Konkurrenten Metro PCS fusioniert. Die Telekom wird 74 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen halten, das weiter den Namen T-Mobile tragen soll.

Zu dem Deal gehört, dass unter den Metro-Aktionären eine Einmalzahlung von 1,5 Milliarden Dollar verteilt wird. Zudem halten sie künftig 26 Prozent der Anteile der Firma, die über rund 42 Millionen Kunden verfügen wird. „Die beiden Unternehmen ergänzen sich perfekt“, so Obermann.

T-Mobile USA war in der Vergangenheit von der vielgepriesenen Cashcow zur Problem-Firma geworden. Die Tochter war mit 33 Millionen Kunden zu klein, um ein Netz zu betreiben, das schnelle Datenübertragung überall in dem riesigen Land bietet. Hinzu kommt, dass T-Mobile USA nicht über die Rechte zum Verkauf des iPhones verfügt, im Gegensatz zu den großen Rivalen Verizon, AT&T und Sprint. Analysten schätzen dies als Riesennachteil ein. In den vergangenen acht Quartalen verlor T-Mobile etwa zehn Prozent seiner Nutzer.

Verkauf gescheitert

Obermann versuchte 2011, die Tochter an den Giganten AT&T für 39 Milliarden Dollar zu verkaufen. Die Wettbewerbshüter untersagten dies. Damit war klar, dass auch Übernahmen durch die beiden anderen großen Mobilfunker kaum möglich sind. Auch dem Metro-Deal müssen die US-Behörden noch zustimmen. Doch Branchenkenner gehen davon aus, dass nun eine Genehmigung deutlich einfacher zu bekommen ist.

Die Fusion bedeutet, dass es auf absehbare Zeit nichts wird mit dem geplanten Ausstieg aus dem US-Geschäft, den Obermann lieber heute als morgen durchziehen wollte. Die Telekom wollte sich eigentlich auf die europäischen Märkte konzentrieren. Stattdessen muss der T-Konzern viele weitere Millionen in die USA schicken, um die Tochter wettbewerbsfähiger zu machen. Investitionen auf dem Alten Kontinent könnten darunter leiden.

Unterschiedliche Standards

Gleichwohl sind die Hilfen für die US-Tochter bitter nötig. Beim Ausbau der Netze hinkt T-Mobile hinterher. Der Ausbau der Infrastruktur wurde vom Telekom-Vorstand am Mittwoch denn auch als eins der zentralen Projekte für die nächste Zeit benannt. Mit dem neuen Unternehmen will Obermann einen „finanziell tragfähigen nationalen Herausforderer auf dem US-Markt etablieren“. Das zielt ganz offensichtlich darauf ab, dass die Telekom sich eines Tages über die Börse von ihren Anteilen trennen will.

Ganz unproblematisch wird der Netzausbau jedoch nicht. Denn beide Firmen nutzen unterschiedliche Standards. Bei T-Mobile ist es die GSM-Technik und deren Weiterentwicklungen. Metro arbeitete bislang mit dem US-Standard CDMA. Allerdings setzen die Amerikaner beim Ausbau für schnelle Datenübertragung auf den GSM-Nachfolger LTE.

Hinzu kommt, dass T-Mobile laut der Nachrichtenagentur Reuters durch die Fusion erheblich niedriger bewertet wird, als die Tochter derzeit in den Büchern der Telekom steht. Dies habe Abschreibungen von sieben bis acht Milliarden Euro zur Folge. Damit drohe dem Konzern dieses Jahr ein hoher Verlust. Die Telekom hatte den T-Mobile-Vorgänger Voicestream im Jahr 2001 für fast 40 Milliarden Euro übernommen.

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