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18. Juli 2012

Tabaksteuer sprudelt: Deutsche kehren zur Zigarette zurück

 Von Benedikt Paetzholdt
Sorglos eine Zigarette qualmen - damit soll in Australien jetzt Schluss sein. Ein Gesetzbeschluss des obersten Richters erklärt Einheitspackungen für Zigaretten als verfassungskonform. Foto: dpa

Die Deutschen geben wieder mehr Geld für Zigaretten und Tabak aus. Allerdings rauchen sie nicht mehr als bisher. Der Anstieg liegt in erster Linie an der Erhöhung Tabaksteuer. Dabei greifen die Raucher wiederverstärkt zum gewöhnlichen Stengel - und drehen nicht selbst.

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Für die Rauchtabakindustrie begann der Dienstag mit einer vermeintlich guten Nachricht. Das Statistische Bundesamt verkündete, dass im zweiten Quartal dieses Jahres 8,3 Prozent mehr Zigaretten versteuert wurden als im zweiten Quartal 2011. Noch größer war die Steigerung bei Feinschnitt, also dem Tabak, auf den preisbewusste Raucher gerne zurückgreifen, die ihre Glimmstängel gerne selber drehen. Um 15 Prozent legte der Absatz hier im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu. Der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Deutschen Rauchtabakindustrie, Franz Peter Marx, deutet diesen Zuwachs als positives Signal. „Die Zahlen sehen sehr gut aus“ sagte er am Dienstag.

Statistische Verzerrung

Doch schaut man sich die Statistik an, so fällt auf, dass der scheinbar explodierende Absatz nicht mehr ganz so fulminant ist, wie es auf den ersten Blick aussieht. Das hängt vor allem mit Statistischen Verzerrungen zusammen. Denn mitten im Vergleichsquartal 2011 wurde die Tabaksteuererhöhung im Rahmen eines neuen Verbrauchergesetzes fällig.

Zum 1. Mai erhöhte sich demnach der Preis für Zigaretten um vier bis acht Cent pro Stück, für Feinschnitt um 12 bis 14 Cent pro Gramm. Dieser Eingriff wirkte sich deutlich auf das Kaufverhalten der Raucher aus. Zwischen April und Mai brach der Absatz versteuerter Zigaretten stark von 7,1 Milliarden auf 5,8 Milliarden Zigaretten ein. Auch beim Absatz des Feinschnitts war die Steuererhöhung deutlich zu spüren: Wurden im April 2011 noch 2000 Tonnen abgesetzt, waren es im Mai 300 Tonnen weniger. Entsprechend absatzschwach präsentierte sich das gesamte Quartal. Allerdings haben sich im Vorfeld auch viele Raucher mit den noch billigeren Zigaretten eingedeckt.

Doch wie so oft, wenn die Preise steigen, hielt sich auch hier die Kaufzurückhaltung in Grenzen. Zwei Monate später stabilisierte sich der Absatz, so dass sich ausgehend von diesem zwischenzeitlichen Tiefpunkt die Zahl der versteuerten Tabakwaren kontinuierlich nach oben entwickelt hat.

Auch im Hinblick auf die Steuereinnahmen wird der Verzerrungseffekt deutlich. Im Vergleich zum 2. Quartal 2011 sind Einnahmen aus der Tabaksteuer um 12,4 Prozent gestiegen. Bezogen auf das erste Halbjahr sind die Werte jedoch fast identisch.

Der Staat verdient mehr

Hier scheint sich insgesamt jedoch ein Trend abzuzeichnen. Wie bereits im vergangenen Jahr stiegen die Einnahmen im Vergleich zum Vorjahr, beziehungsweise sind zumindest stabil geblieben. In Jahren vergangener Tabaksteuererhöhungen war dieser Wert stets gesunken, da die gestiegenen Einnahmen die wegbrechenden Stückzahlen nicht kompensieren konnten. Dieses Mal dürfte ins Gewicht fallen, dass die Preise für Feinschnitt durch die jüngsten Erhöhungen besonders gestiegen sind. Die Zahlen zeigen nämlich: Der Trend, sich die Zigaretten selber zu drehen, geht wieder zurück. Die gewöhnliche und hoch besteuerte Zigarette wird für Raucher wieder attraktiver. Zudem scheinen Raucher nach Angaben des Zolls vermehrt auf legale Zigaretten zurückzugreifen. Die Zahl der sichergestellten Glimmstängel ist zuletzt gesunken.

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