Frankfurt a.M. Die Piloten der Fluggesellschaft Lufthansa wollen von Montag an streiken. In einer Urabstimmung, zu der 4500 Piloten der Lufthansa, der Töchter Cargo und Germanwings aufgerufen waren, stimmte eine große Mehrheit für den Arbeitskampf. Das berichtete die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) in Frankfurt am Main.
Die Fluggesellschaft rüstet sich nun für einen der größten Arbeitskämpfe ihrer Geschichte.
Die Gewerkschaft fordert von der Lufthansa 6,4 Prozent mehr Gehalt für eine Laufzeit von zwölf Monaten und die Sicherung der Arbeitsplätze der deutschen Piloten. Cockpit hatte die Verhandlungen mit der Lufthansa im Dezember für gescheitert erklärt.
Streiken wollen die Piloten bei allen drei Fluggesellschaften. Die Arbeitsniederlegungen sollen am Montag um 00.00 Uhr beginnen und bis Donnerstag um eine Minute vor Mitternacht dauern, wie die Gewerkschaft mitteilte.
Im Kern geht es der Gewerkschaft um die Sicherung der Arbeitsplätze der deutschen Piloten. Cockpit fürchtet, Jobs könnten verloren gehen, weil die Lufthansa künftig mehr Strecken von ihren Auslandstöchtern bedienen lässt, bei denen das Lohnniveau für den Konzern günstiger ist.
Zu den Auslandstöchtern zählen unter anderem Swiss, Austrian Airlines (AUA) und British Midland (bmi). Im Gegenzug für eine Zusicherung zum Erhalt der deutschen Jobs ist VC eigenen Angaben zufolge zu Zugeständnissen bei den Gehaltsforderungen bis hin zu einer Nullrunde bereit.
Branche in der Krise
Der Streik trifft die Lufthansa in einer schwierigen Zeit: Der deutsche Luftverkehr verzeichnete im Krisenjahr 2009 bei den Passagierzahlen den größten Einbruch seiner Geschichte. Die Zahl der Flugreisenden auf deutschen Flughäfen sank im vergangenen Jahr um 4,5 Prozent auf 158,2 Millionen, wie das Statistische Bundesamt berichtete.
Die Passagierzahlen auf Inlandsflügen gingen um 4,5 Prozent auf 23,7 Millionen zurück - und sanken damit genauso stark wie die Zahl der Fluggäste im internationalen Verkehr. In den vergangenen 20 Jahren hatte der Passagier-Luftverkehr den Angaben zufolge erst dreimal nicht die Vorjahreswerte erreicht, zuletzt 2001 und 2002 nach den Terroranschlägen in den USA. (afp/dpa)
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