Frankfurt/Main. Die Lufthansa muss sich auf Warnstreiks ihrer Flugbegleiter einstellen. Nach dem Abbruch der Gespräche in der dritten Tarifrunde kündigte die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) am Freitagabend Warnstreiks an.
Zurzeit berate man noch darüber, wann der Ausstand beginne, sagte der Leiter der Tarifpolitik, Joachim Müller, der AP. Neue Gespräche mache man von einem nachgebesserten Angebot abhängig.
Die Lufthansa erklärte, es sei "bedauerlich, dass die Vertreter der UFO nicht von ihrem umfangreichen Forderungskatalog abgerückt sind".
Die Tarifverhandlungen waren am Freitagvormittag in die dritte Runde gegangen. Zuletzt hatten die Vorstellungen von Konzern und Gewerkschaft weit auseinander gelegen: Lufthansa bot nach eigenen Angaben ein Volumen von 6,1 Prozent zuzüglich einer Ergebnisbeteiligung für 2009 in Höhe von bis zu drei Prozent. Die UFO fordert Verbesserungen mit einem Gesamtvolumen von 15 Prozent.
Müller hatte vor Verhandlungsbeginn betont, man warte auf ein neues, nachgebessertes Angebot. "Wir halten das bisherige für absolut nicht ausreichend", erklärte er. Auf ihrer Homepage erklärte die Gewerkschaft weiter, "über unausweichliche Arbeitskampfmaßnahmen in den nächsten Tagen und Wochen wird die UFO von Fall zu Fall entscheiden".
Airline will an Angebot festhalten
Die Kranich-Airline hält diesen Schritt für nicht gerechtfertigt. Lufthansa-Sprecherin Claudia Lange sagte der AP, das Unternehmen wolle "trotz des schwierigen Wirtschaftsumfelds" an seinem Angebot für einen neuen Tarifvertrag festhalten.
Das Angebotspaket setzt sich Lange zufolge zusammen aus einer Erhöhung der Vergütung, einer Ergebnisbeteiligung sowie Verbesserungen der Arbeitsbedingungen zusammen und hätte damit eine Größenordnung von zehn Prozent. Dies bedeute für alle Mitarbeiter ein spürbares Einkommensplus.
Die UFO habe in den Gesprächen eine Reihe Forderungen vorgebracht, die "nicht auf den Verhandlungstisch für einen Tarifvertrag gehören", sagte Lange weiter. "Wir erwarten von der UFO, dass sie sich den wirtschaftlichen Realitäten stellt und unverzüglich an Verhandlungstisch zurückkehrt." (ap)
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