In den Tarifverhandlungen für die rund 50.000 Beschäftigten bei der Lufthansa am Boden und in der Kabine haben sich beide Seiten auf Eckpunkte einer Einigung verständigt. "Allerdings gibt es angesichts der komplexen Details noch Beratungs- und Abstimmungsbedarf", sagte der Verhandlungsführer der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, Erhard Ott, am Mittwoch.
Nach Angaben des Arbeitgeberverbands Luftverkehr (AGVL) umfasst die Verständigung unter anderem eine Nullrunde beim Gehalt, eine ergebnisabhängige Einmalzahlung sowie Regelungen zur Altersteilzeit und zur Leiharbeit. Beide Seiten hätten eine Erklärungsfrist zur Annahme oder Ablehnung bis 28. Juli vereinbart.
Laut AGVL gibt es für die Beschäftigten eine 22-monatige Nullrunde. Der geltende Vergütungstarifvertrag sei bis Ende 2011 verlängert worden. Ferner sei vereinbart worden, dass es je nach Konzernergebnis für das kommende Geschäftsjahr eine Einmalzahlung von bis zu zwei Prozent einer Jahresgrundvergütung geben werde.
Außerdem sei eine Einigung für einen neuen Tarifvertrag zur Regelung der Altersteilzeit für Bodenbeschäftigte erzielt worden, hieß es weiter. Bis September sollen dazu Einzelheiten festgelegt werden. Zudem sei vereinbart worden, die Krisenklausel neu zu fassen, die dem Unternehmen in Krisenfällen zusätzliche Flexibilität sichere.
Für die Lufthansa SkyChefs haben sich beide Seiten den Angaben zufolge darüber hinaus darauf verständigt, bis Ende November 2010 Lösungsansätze zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit zu erarbeiten.
Es sei gelungen, "angekündigte Eingriffe in bestehende Tarifverträge abzuwehren", sagte Ott. Gleichzeitig sei bei der Ergebnisbeteiligung und der Altersteilzeit ein Durchbruch erzielt worden. "Wir haben sichergestellt, dass die Mitarbeiter aller Geschäftsfelder bei einer zunehmend besseren Ertragssituation des Konzerns einen angemessenen Anteil erhalten", sagte er weiter.
Für beide Seiten habe die Stärkung der Wettbewerbssituation im Vordergrund gestanden, sagte AGLV-Präsident und Lufthansa-Vorstand Stefan Lauer. "Für unsere Mitarbeiter werden zudem eine Reihe von bedeutsamen Vereinbarungen wie zum Beispiel zur Altersteilzeit getroffen."
Am Montag hatte die fünfte Runde der Verhandlungen begonnen. Die Gespräche für die Beschäftigten am Boden und in der Kabine sowie bei Lufthansa Systems, der Lufthansa Service Gesellschaft, der Lufthansa Technik und Lufthansa Cargo fanden im hessischen Mörfelden-Walldorf statt.
Nach der vierten Runde Anfang Juni hatte ver.di die Lufthansa vor einer Zuspitzung des Konflikts gewarnt und das damals vorgelegte Angebot als "reine Provokation" bezeichnet.
Nachrichten aus der Wirtschaft, Börsen-Trends, Kurse und Finanz-Themen.
Am 31. Mai diskutiert FR-Redakteur Tobias Schwab mit Fernsehköchin Sarah Wiener und weiteren Gästen das Thema "Wer verdient am Kaffee?"
Die Schuldenkrise hat Europa im Griff: Nachrichten zur Eurokrise, Konjunktur, Eurobonds und Ratingagenturen.