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Tarifstreit: GDL droht mit dem nächsten Bahnstreik

Nach dem Erfolg bei der Deutschen Bahn nimmt die Gewerkschaft Deutscher Lokführer nun Privat- und Kommunalbahnen ins Visier. Ziel: Lohn und Arbeitszeit auf Niveau der DB. Von Thomas Wüpper

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Die GDL stellt die Weichen schon wieder auf Streik.
Die GDL stellt die Weichen schon wieder auf Streik.
Foto: ddp

Nach dem Erfolg eines eigenen Tarifvertrags bei der Deutschen Bahn nimmt die Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) nun Privat- und Kommunalbahnen ins Visier. Lohn- und Sozialdumping will die GDL notfalls mit neuen bundesweiten Bahnstreiks stoppen.

"Wir brauchen einen Flächentarifvertrag, der das Lohnniveau des Marktführers Deutsche Bahn für alle Bahnen sichert und dafür werden wir notfalls auch streiken", sagte GDL-Chef Claus Weselsky zur FR. Die GDL habe dazu bereits alle rund 50 Tarifverträge mit privaten und kommunalen Regional- und Güterbahnen gekündigt.

Die GDL stellt die Weichen schon wieder auf Streik.
Die GDL stellt die Weichen schon wieder auf Streik.
Foto: Foto: dpa

Alle drei Arbeitgeberverbände der Schienenbranche sowie die großen Privatbahnen von Veolia über Keolis bis Arriva will Weselsky in den nächsten Tagen zu Verhandlungen über einen neuen Flächeneisenbahn-Fahrpersonaltarifvertrag (EFPTV) auffordern. Der EFPTV soll über die gesamte Branche hinweg Löhne, Arbeits- und Urlaubszeiten sowie Qualifizierung auf DB-Niveau sicherstellen, so der GDL-Chef.

Die GDL vertritt mehr als 80 Prozent der deutschen Lokführer und gilt als eine der schlagkräftigsten deutschen Gewerkschaften. "Wir wollen endlich fairen Wettbewerb auf der Schiene", fordert Weselsky. Dazu gehöre gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Die Politik dulde seit Jahren, dass private und kommunale Bahnen bis zu einem Drittel weniger zahlen als die DB. Davon profitierten auch öffentliche Auftraggeber, also Länder und Kommunen, die Verkehrsverträge vergeben.

Bei der DB verdienen Lokführer im Schnitt netto 1750 bis 1950 Euro im Monat, so die GDL. Kommunale Unternehmen wie die Hohenzollernbahn (HzL) oder die Saarbahn zahlten 300 bis 500 Euro weniger. Bei der Ostdeutschen Eisenbahngesellschaft erhielten Zugbegleiter nur 7,50 Euro Stundenlohn. "Solche Dumpinglöhne werden wir nicht mehr dulden", sagte Weselky. Darin sei man sich mit der größten Bahngewerkschaft Transnet einig.

Die Lokführer wollen sich mit dem Ex-Monopolisten DB rasch auf einen Flächentarifvertrag einigen, der zum Branchenstandard werden soll. Sofern private und kommunale Konkurrenten sich verweigerten, werde spätestens bei der nächsten Tarifrunde im kommenden Sommer ein harter bundesweiter Arbeitskampf unvermeidlich sein, kündigte Weselsky an.

Autor:  Thomas Wüpper
Datum:  2 | 8 | 2009
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