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Tarifstreit: Telekom legt "Mogelpackung" vor

In der zweiten Runde der Tarifgespräche bei der Deutschen Telekom hat der Konzern ein neues Angebot vor. Bei der Gewerkschaft Verdi sorgen "derlei Angebote allenfalls für Widerstand".

Der Schatten eines Telekom-Sprechers im Mercure Hotel in Bad Neuenahr (Archivbild).
Der Schatten eines Telekom-Sprechers im Mercure Hotel in Bad Neuenahr (Archivbild).
Foto: ddp

Köln. In der zweiten Runde der Tarifgespräche bei der Deutschen Telekom in Köln hat der Konzern der Gewerkschaft Verdi am Mittwochabend ein Angebot vorgelegt. Die Telekom schlägt eine schrittweise Erhöhung der Entgelte vor. Zum 1. Januar 2009 sollen sie um 3,0 Prozent steigen, ein Jahr später um weitere 2,5 Prozent.

Zugleich wird eine Verlängerung des Kündigungsschutzes um ein Jahr angeboten, wie der Bonner Konzern am Mittwochabend mitteilte. Für die Mitarbeiter der Telekom AG würde dieser Schutz dann bis Ende 2010, für die der Servicegesellschaften bis Ende 2013 gelten. Sollte die Inflationsrate 2009 über 1,5 Prozent liegen, solle es außerdem die Möglichkeit für Nachverhandlungen geben.

"Wir haben frühzeitig erklärt, dass wir keine Nullrunde anstreben, gleichzeitig aber auch Maßhalten angesagt ist", sagte Telekom- Personalvorstand Thomas Sattelberger. Das werde mit diesem Angebot unterstrichen. "Wir erwarten, dass Verdi sich jetzt verantwortungsbewusst damit auseinandersetzt." Der Telekom sei nach wie vor an einer raschen und fairen Einigung gelegen.

Die Gewerkschaft Verdi nannte den Vorschlag der Telekom unterdessen eine "Mogelpackung". "Das Angebot ist eine Zumutung. Damit sind wir meilenweit von einer schnellen und fairen Einigung entfernt", sagte Verdi-Bundesvorstand und Verhandlungsführer Lothar Schröder.

Nach Berechnungen der Gewerkschaft bleibt den Beschäftigten der T- Service-Gesellschaften bei einer zweijährigen Laufzeit des Tarifvertrags lediglich eine Anhebung der Entgelte von 1,1 Prozent übrig. "Das ist viel zu mager und entspricht nicht ansatzweise den Möglichkeiten des Konzerns", sagte Schröder.

Jede prozentuale Anhebung müsse zunächst einmal gegen den schrittweisen Wegfall der Sicherungszulage von 2,17 Prozent in den Jahren 2009 und 2010 gegengerechnet werden, der bei den Verhandlungen 2007 vereinbart worden war. Sonst bleibe für die Beschäftigten nichts hängen. Die Gewerkschaft wolle in den kommenden Verhandlungsrunden klar machen, dass derlei Angebote allenfalls für Widerstand sorgten.

Verdi hatte zu Beginn der Verhandlungen für die 83 000 Tarifbeschäftigten und Beamten 8,5 Prozent mehr Geld, mindestens aber 220 Euro monatlich bei einer Laufzeit von zwölf Monaten gefordert. Die Verhandlungen sollen am 10. und 11. Februar fortgesetzt werden. (dpa)

Datum:  28 | 1 | 2009
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