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Tarifstreit: Warnsignal für die Bahn

Transnet und GDBA streiken am frühen Donnerstagmorgen. Mit dem "Warnsignal" an die Arbeitgeber wollen die Gewerkschaften den Bahnverkehr jedoch "nicht vollständig lahmlegen". Von Stephan Börnecke


Foto: dpa

Ein Jahr nach dem längsten Streik in der Geschichte der Bahn müssen sich Pendler und Fernreisende am frühen Donnerstagmorgen erneut auf Zugausfälle durch einen Arbeitskampf bei der Deutschen Bahn einstellen: Die Gewerkschaften Transnet und GDBA haben "mehrere hundert Kollegen" unterschiedlichster Berufsgruppen in neun Städten zu einem befristeten Warnstreik aufgerufen. Er soll um 4.30 Uhr beginnen und bis in die "späten Vormittagsstunden" dauern.

Das Ausmaß der von Transnet-Chef Alexander Kirchner angekündigten "punktuellen Aktionen" blieb am Mittwoch unklar: Die Gewerkschaften sprachen von einem "Warnsignal an die Arbeitgeberseite". Man wolle den Verkehr mit Rücksicht auf die Bahnkunden "nicht vollständig lahmlegen", sagten die Vorstandsmitglieder von Transnet und GDBA, Regina Rusch-Ziemba und Heinz Fuhrmann. Auch ein nordrhein-westfälischer Gewerkschafter beschwichtigte, es sei nicht das Ziel, die Reisenden zu treffen. "Aber es wird hier und da ein paar Störungen moderaten Ausmaßes geben", etwa im Raum Köln/Düsseldorf.

Bahn-Hotline

Für Zugauskünfte hat die Bahn seit Mittwoch eine kostenlose Hotline geschaltet: 0800 0996633. Im Internet gibt das Portal www.bahn.de/aktuell Auskunft über die Lage.

Fahrgäste, die aufgrund streikbedingter Zugausfälle oder Verspätungen ihre Reise nicht antreten konnten, bekommen Tickets ohne Aufschlag erstattet.

Ein Reisender informiert sich am Fahrplan im Hauptbahnhof in Köln über die Abfahrtszeiten von Zügen (Archivbild).
Ein Reisender informiert sich am Fahrplan im Hauptbahnhof in Köln über die Abfahrtszeiten von Zügen (Archivbild).
Foto: dpa

Weitere Schwerpunkte sind Bremen, Hamburg, Berlin. Saalfeld, Magdeburg, Nürnberg und München. Der Rhein-Main-Raum bleibt zunächst ausgenommen. Die Nachrichtenagentur dpa will erfahren haben, dass auch die S-Bahnen in Berlin und Hamburg nicht betroffen sein sollen. Die Gewerkschaften kündigten jedoch an, "steigerungsfähig" zu sein.

Hauptknackpunkt neben einem Angebot der Bahn von - je nach Rechnung - zwischen einem und drei Prozent mehr Lohn ist der Streit um garantierte zwölf arbeitsfreie Wochenenden. Transnet und GDBA beklagten, dass sich die Bahn in der dritten Verhandlungsrunde am Mittwoch nicht bewegt habe. Zwar habe sie ein neues Angebot angekündigt, dann aber nichts vorgelegt. Es sei bei den alten Angeboten geblieben", sagte Kirchner.

Die Bahn hat die Warnstreiks kritisiert. Es sei unnötig, Druck auszuüben, sagte Personalvorstand Norbert Hansen am Mittwoch in Frankfurt. "Wir bewegen uns seit letzter Woche täglich." Kirchner kommentierte die Atmosphäre der Gespräche mit Ex- Transnet-Chef Hansen: "Die Temperaturen draußen sind wärmer als das, was wir drinnen haben."

Unterdessen führte der Warnstreik des Kabinenpersonals bei der Lufthansa am Mittwoch zu 82 Flugausfällen. In Frankfurt mussten jeweils 35 An- und Abflüge gestrichen werden, in Berlin waren je sechs Starts und Landungen betroffen, wie Lufthansa mitteilte. Einige tausend Passagiere seien auf andere Maschinen oder auf die Bahn umgebucht worden. Die Gewerkschaft Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) hatte zu dem sechsstündigen Warnstreik aufgerufen, um im Tarifkonflikt Druck zu machen.

Autor:  STEPHAN BÖRNECKE
Datum:  28 | 1 | 2009
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