Osnabrück. Die Bundesländer müssen sich Anfang 2009 auf harte Tarifauseinandersetzungen einstellen: "Auch der öffentliche Bereich muss dringend Signale zur Stützung der Binnenkonjunktur setzen, wir orientieren uns am Forderungsniveau des Jahres 2008". Das sagte der Vorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi), Frank Bsirske, der "Neuen Osnabrücker Zeitung".
Es werde vor allem darauf ankommen, in den Ländern das nachzuholen, was im öffentlichen Dienst des Bundes und der Kommunen im laufenden Jahr bereits vollzogen wurde. Dort seien die Löhne und Entgelte der Tarifbeschäftigten um 5,1 Prozent angehoben worden.
Einen Kurswechsel der Gewerkschaften bei der Tarifpolitik wegen der aktuellen Finanzkrise und der eingetrübten Konjunkturaussichten lehnte Bsirske: "Selbst auf dem Höhepunkt des Konjunkturzyklus zwischen 2005 und 2007 hatten wir trotz explodierender Gewinne Reallohnverluste." Um die Nachfrage zu stärken, müsse gegengesteuert werden.
Bsirske kritisierte das Konjunkturpaket der Bundesregierung: "4,1 Milliarden Euro im nächsten und 6 Milliarden Euro im darauffolgenden Jahr - das ist nicht mehr als Kleckerei." Er forderte für die nächsten zwei bis drei Jahre Investitionsprogramme in Höhe von jeweils 40 Milliarden Euro. "Immerhin stehen wir am Rande einer Wirtschaftskrise, die sich zu einer Weltwirtschaftskrise ausweiten kann." (dpa)
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