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01. März 2013

Telekom: Frohgemut trotz roter Zahlen

 Von 
Telekom-Chef René Obermann hat heftige Abschreibungen auf die US-Tochter verkündet.  Foto: dpa/Oliver Berg

Die Telekom fährt Milliarden-Verlust ein – doch der scheidende Konzernchef René Obermann investiert kräftig.

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Der Umsatz stagniert. Die Zahl der Breitbandanschlüsse hierzulande will auch nicht wirklich wachsen. Und dann auch noch ein Milliardenverlust: Die Telekom hat im vergangenen Jahr unterm Strich einen Fehlbetrag von 5,25 Milliarden Euro ausgewiesen. Das sind nach zehn Jahren erstmals wieder rote Zahlen.

Geht es mit dem Unternehmen nun steil bergab? Konzernchef René Obermann widerspricht: „Der Milliarden-Fehlbetrag ist nicht das, was er im Namen trägt.“ Das Riesen-Minus resultiert aus der geplanten Fusion der amerikanischen Tochtergesellschaft mit dem Rivalen Metro-PCS, die vergangenen Oktober bekannt gegeben wurde.

Für den Deal musste T-Mobile USA neu bewertet werden. Vor allem aufgrund der heftigen Konkurrenz und des Exodus von Vertragskunden musste der Wert des Tochterunternehmens erheblich niedriger angesetzt werden, als er bislang bei der Telekom in den Büchern stand. Die Kennzahl wurde um 7,4 Milliarden Euro nach unten korrigiert. Auf die Finanzkraft des Konzerns hat das unmittelbar keine Auswirkungen.

Obermann betont daher auch: „Uns fehlen keine Mittel, um die Entwicklung des Konzerns voranzutreiben.“ Im Dezember hatte der Vorstandschef angekündigt, die Investitionen noch einmal massiv auszuweiten: auf nahezu 30 Milliarden Euro für die Jahre 2013 bis 2015. Ein zentrales Projekt ist der Ausbau des deutschen Festnetzes. Die Kabelnetzbetreiber sitzen dem Ex-Monopolisten im Nacken. Die Konkurrenten können ultraschnelle Internetverbindungen zu günstigeren Preisen anbieten. Um mithalten zu können, will die Telekom ihre Glasfasernetze erweitern.

Gleichzeitig wächst auch der Wettbewerb im Mobilfunk. Auf dem Heimatmarkt attackieren hierzulande O2 und E-Plus mit Sonderangeboten. Das ist kein Einzelfall. Die Märkte in ganz Europa gelten als gesättigt. Insider erwarten, dass sich die Preiskämpfe in diesem Jahr noch verschärfen werden.

Noch schwieriger läuft das Geschäft in den USA. Die Zahl der Vertragskunden schrumpfte im vergangenen Jahr um 1,4 Millionen auf 23,3 Millionen. T-Mobile USA litt unter anderem darunter, dass es seinen Kunden keine iPhones anbieten konnte, dieses Jahr soll sich das endlich ändern. Hinzu kommt, dass riesige Investitionen ins Netz anstehen, um die Nutzer einigermaßen flächendeckend mit schnellem Internet zu versorgen. Der Zusammenschluss mit Metro-PCS ist eine Art Nothochzeit, um eine Größe zu erreichen, die zumindest mittelfristig die Profitabilität sichern soll.

In diesem Jahr soll der Gewinn aus dem operativen Geschäft abermals sinken. Allerdings wird unter dem Strich mutmaßlich wieder ein Profit herausspringen, da derart heftige Abschreibungen wie jetzt für T-Mobile USA nicht zu erwarten sind. Diese Kennziffer wird dann aber der jetzige Finanzchef Tim Höttges verkünden. Der Aufsichtsrat hat ihn bereits zum Nachfolger von Obermann bestimmt, der nach gut sechs Jahren abtritt und künftig ein kleineres Unternehmen führen will.

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