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Telekom: Prognose gesenkt

Der Bonner Telekomriese senkte wegen schleppender Geschäfte im Ausland überraschend seine Prognose.

Die Wirtschaftskrise hat auch die Deutsche Telekom erfasst. Der Bonner Telekomriese senkte wegen schleppender Geschäfte im Ausland überraschend seine Prognose. Mit der Ankündigung eines nun für 2009 zu erwartenden Rückgangs im operativen Geschäft enttäuschte die Telekom gut zwei Jahre nach ihrer bisher letzten Gewinnwarnung die Anleger. An der Börse brach die T-Aktie am Dienstag zeitweise um mehr als zehn Prozent ein.

Für die Prognosekorrektur machte Telekom-Chef Rene Obermann die starke Konjunkturabkühlung und einen verschärften Wettbewerb insbesondere in den USA - dem Wachstumsmarkt des Konzerns - sowie Großbritannien und Polen verantwortlich. Der Vorstand geht nun für das laufende Jahr davon aus, dass das bereinigte Konzern-Ebitda zwei bis vier Prozent unter dem Vorjahreswert von 19,5 Milliarden Euro liegen werde.

Bislang hatte die Telekom für 2009 einen operativen Gewinn auf Vorjahresniveau anvisiert. Um die Ergebniserwartung abzusichern, forciert die Telekom ihre Sparmaßnahmen. So sollen Marketing-, Reise- und Personalkosten gesenkt, Löhne und Gehälter der T-Mobile-Mitarbeiter in den USA zunächst eingefroren werden.

Der Free Cash Flow solle nunmehr 2009 rund 6,4 Milliarden Euro erreichen nach 2008 erzielten sieben Milliarden Euro und damit weiter Grundlage für eine "aktionärsfreundliche Dividendenpolitik" bilden. Bislang stellte die Telekom eine stabile Ausschüttung von 78 Cent je Papier in Aussicht.

Noch bei der Vorlage der Zahlen für 2008 Ende Februar hatte sich Obermann trotz Wirtschaftskrise zuversichtlich für das laufende Jahr gezeigt. Die Telekommunikationsbranche sei bislang "konjunktur- und krisenresistenter" als andere, hatte es geheißen.

In der Prognose nicht enthalten ist der griechische Telekomkonzern OTE, den die Telekom seit Februar konsolidiert. Der Telekom macht derzeit vor allem ihr Auslandsgeschäft zu schaffen. So seien unter anderem in den USA etwa die Umsätze für grenzüberschreitende Handy-Gespräche geringer ausgefallen, weil die Reisetätigkeit abnehme.

Zudem hätten in Polen und Großbritannien Wechselkursveränderungen Umsatz und operativen Gewinn belastet. Das europäische Mobilfunkgeschäft habe einen Erlösrückgang von 400 Millionen Euro verzeichnet, wovon 300 Millionen Euro auf Wechselkurseffekte entfallen seien.

Im ersten Quartal steigerte die Telekom unter Einbeziehung von OTE den Umsatz um rund sechs Prozent auf etwa 15,9 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) erhöhte sich um rund drei Prozent auf 4,8 Milliarden Euro. Ohne OTE blieb der Umsatz stabil bei 15 Milliarden Euro, das bereinigte Ebitda verringerte sich um fünf Prozent auf 4,5 Milliarden Euro.

Leicht über Erwartung habe das Deutschland-Geschäft gelegen, sowohl im Festnetz- wie auch im Mobilfunkgeschäft. Die Geschäftskundensparte T-Systems habe ihren Ergebnisbeitrag gesteigert.

Anleger fliehen aus Aktie

Die Anleger an der Börse reagierten auf die Prognosesenkung geschockt. Die T-Aktie stürzte um bis zu elf Prozent auf 8,61 Euro und damit den tiefsten Stand seit Oktober 2002 ab. "Die Zahlen sind enttäuschend", sagte Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research. Zuletzt hatte der Telekomriese Anfang 2007 zum Missfallen der Börse seine Prognosen gesenkt. Damals war der heutige Konzernchef Obermann gerade erst einige Wochen im Amt.

Obermann treibt seitdem den Umbau des Telefonriesen voran, konnte das Deutschland-Geschäft stabilisieren und das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen.

Um die Kosten zu senken und das angepeilte Ergebnis im Gesamtjahr zu schaffen, will der Bonner Konzern einige Schritte unternehmen. So will die Telekom für Gebühren, die sie in den USA an Wettbewerber für die Netznutzung zu zahlen hat, nachverhandeln. Zudem solle das eigene Netz ausgebaut werden, um solche Entgelte zu senken.

Auch sollen Marketing-Ausgaben und Reisekosten eingedampft, Löhne und Gehälter zunächst nicht erhöht werden. Auch in Großbritannien soll die Mobilfunktochter sparen, bei Werbung und Technik. Ebenso sollen in Polen die Aufwendungen für Kundengewinnung und Personal sinken. Um das Cash-Flow-Ziel abzusichern, will die Telekom eine Milliarde Euro an Investitionen für dieses Jahr zurückstellen. Insgesamt liege das geplante Volumen wie schon 2008 bei "oberhalb von acht Milliarden Euro". (rtr)

Datum:  21 | 4 | 2009
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