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20. Dezember 2012

Telekom: Telekom will Sonderrechte beim VDSL-Ausbau

 Von Frank-Thomas Wenzel
Wenn die Telekom den Ausbau auch nur ankündigt, sollen Wettbewerber außen vor bleiben.  Foto: REUTERS

Die Telekom und ihre Wettbewerber streiten um den Zugang zum ultraschnellen VDSL-Internet. Noch unklar ist, inwieweit der Telekom besondere Rechte zustehen.

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Bislang sind mit schnellen VDSL-Leitungen Übertragungsgeschwindigkeiten von 50 Megabit pro Sekunde möglich. Mit dem sogenannten Vectoring soll es könnte so schnell gehen, die Technik soll hochauflösendes und möglicherweise auch dreidimensionales Fernsehen über die Telefonleitung ins Wohnzimmer bringen.

Die Telekom hat ein riesiges Investitionsprogramm mit sechs Milliarden Euro vorrangig für den Vectoring-Ausbau in Deutschland in den nächsten vier Jahren angekündigt. Nötig ist, Glasfaserleitungen bis zu den Kabelverzweigern (KVZ), das sind die grauen Kästen am Gehweg, zu legen und im dort neue Technik zu installieren. Es gibt 330.000 KVZ in Deutschland. Rund 40.000 hat die Telekom bislang an die Glasfaser angeschlossen, um VDSL zu offerieren. Die T-Konkurrenz hat 8000 KVZ angeklemmt.

Der Bonner Konzern will mit seinem Ausbauprogramm vor allem die Kabelnetzbetreiber Unitymedia und Kabel Deutschland in den Städten angreifen , die mit ihren Leitungen schon heute Übertragungsgeschwindigkeiten von 100 Megabit pro Sekunde und mehr offerieren.

Ursprünglich hatte die Telekom als Gegenleistung zum Vectoring-Ausbau-Programm von der Aufsichtsbehörde (Bundesnetzagentur) verlangt, dass ihr die Alleinherrschaft über die Kabelverzweiger überlassen wird. Das löste einen Proteststurm bei den Wettbewerbern aus, die vor einer Re-Monopolisierung warnten.

Trotz Zusage müssen Gemeinden oft lange warten

Diese Position hat das Magenta-Unternehmen inzwischen aufgegeben – das geht aus einem Antrag an die Netzagentur hervor, der am Mittwoch eingereicht wurde. Auch alternativen Anbietern will die Telekom nun zugestehen, in Eigenregie für Vectoring auszubauen. Allerdings soll es ein Zugangsverbot für Konkurrenten zu den KVZ geben, wenn die Bonner in einer Kommunde den Ausbau auch nur ankündigen.

Jürgen Grützner, Geschäftsführer des Branchenverbandes der Anbieter von Telekommunikations-und Mehrwertdiensten (VATM) will da nicht mitspielen: „Das würde die Erschließung mit Vectoring massiv bremsen“, sagte er der Frankfurter Rundschau. Denn die Erfahrung zeige, dass Gemeinden oft jahrelang warten müssten, obwohl Ausbauzusagen der Telekom vorlagen.

Der Konzern wolle zudem den Bestandsschutz für Firmen aushebeln, die bereits Glasfaser zum KVZ gelegt haben, und zwar für den Fall, dass der alternative Anbieter lediglich VDSL anbiete. Denn die Bonner wollen, dass bei solch in einer Konstellation die Ankündigung des eigenen Vectoring-Ausbaus in einer Kommune genügt, um die KVZ wieder unter eigene Kontrolle zu bringen. „Kommt die Telekom damit durch, wird das die Investoren massiv verunsichern. Dann wird insbesondere in ländlichen Regionen kaum etwas passieren.“

Die Netzagentur ist der Schiedsrichter in diesem Konflikt. Doch Jochen Homann, Chef der Behörde, spielt den Ball an die Unternehmen zurück: Die Marktakteure hätten es selbst in der Hand, nach einvernehmlichen Lösungen zu suchen. VATM-Präsident Gerd Eickers hatte im FR-Interview vorige Woche das Prinzip „Windhundrennen“ als einfachste Lösung vorgeschlagen: Der Anbieter, der als Erster seine Leitung zum KVZ gelegt hat, kann über die Infrastruktur verfügen – also entscheiden, wann VDSL und Vectoring offeriert werden.

Die Telekom-Konkurrenten sehen mittelfristig vor allem auf dem Land große Chancen, einen merklichen Marktanteil bei den ultraschnellen Internetleitungen zu schaffen.

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