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02. Juni 2014

Tesla: Elektroauto ist Marktführer

 Von 
Erfolgreich: der Tesla Modell S.  Foto: REUTERS

Der neue Tesla feiert erstaunliche Erfolge und fährt in den Vereinigten Staaten BMW, Mercedes und Audi davon. In einem der wichtigsten Automärkte der Welt ist Tesla in der Oberklasse damit der Marktführer.

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Ein Elektroauto fährt den Konkurrenten davon. Der neue Tesla, der Model S genannt wird, feiert erstaunliche Erfolge. Aus einer Studie des Center Automotive Research (CAR) der Uni Duisburg-Essen geht hervor, dass der Wagen in den Vereinigten Staaten in den ersten vier Monaten des Jahres deutlich vor den Luxus-Karossen von BMW, Mercedes, Audi und Porsche lag. Genau 8066 Mal sei das Model S von Anfang Januar bis Ende April in den Vereinigten Staaten verkauft worden. In einem der wichtigsten Automärkte der Welt ist Tesla in der Oberklasse damit der Marktführer. Ähnlich erfolgreich war das E-Auto zu Jahresbeginn in der Schweiz, in den Niederlanden und in Norwegen.

Ellenlange Lobeshymnen

Die S-Klasse aus den USA mit Elektromotor ist erst das zweite Modell, das der Newcomer Tesla anbietet. Den Wagen gibt es in drei Varianten. Er kostet hierzulande zwischen 65 000 und 100 000 Euro, gehört also preismäßig in die Oberklasse, ist aber in puncto Größe und Gestaltung eher der sportlichen Mittelklasse zuzuordnen. Käufer müssen zudem als Einschränkung in Kauf nehmen, dass sie es überall auf der Welt mit einer nur rudimentär entwickelten Ladeinfrastruktur zu tun haben. Tesla hat gerade erst damit begonnen, in vielen Ländern auf eigene Faust ein Netz von Elektrotankstellen aufzubauen.

Der stolze Preis des Wagens hat viel mit dem Stromspeicher zu tun, der je nach Modell eine Reichweite zwischen knapp 400 und 500 Kilometer ermöglicht. Dafür werden Lithium-Ionen-Batterien verwendet, die denen in Laptops oder Smartphones ähnlich sind. Die Elektroautos deutscher oder französischer Hersteller sind mit kleineren Akku-Paketen ausgestattet, was die Reichweite deutlich verringert.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hat auf der Automesse "Auto Mobil International 2014" (AMI) in Leipzig am Stand von Tesla Motors auf den Notsitzen im Heck eines Tesla S Platz genommen.  Foto: dpa

Doch die Konfiguration des US-Newcomers kommt an. Für CAR-Direktor Ferdinand Dudenhöffer hat das vor allem mit dem Image des Wagens zu tun: „Wer einen Aha-Effekt auf dem Golfplatz auslösen will, fährt heute mit einem Tesla vor.“ In den USA zumindest ist tatsächlich so etwas wie eine Tesla-Euphorie ausgebrochen. In Zeitungen und Magazinen gibt es ellenlange Lobeshymnen auf den Wagen. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch Firmenchef und Mitgründer Elon Musk (Jahrgang 1971), der als eine Art Wunderkind gilt. Reich wurde er mit der Bezahlplattform Paypal, die er an Ebay verkaufte.

Die Tesla-Aktie hat einen enormen Höhenflug hinter sich. Der Börsenwert des Nischen-Autobauers ist etwa doppelt so hoch wie der der Lufthansa. Einige US-Analysten sehen bei Tesla Potenziale, die mit denen des Computerriesen Apple vergleichbar sein sollen, als dieser das iPhone auf den Markt brachte.

Was VW nicht konnte

Aus Dudenhöffers Sicht ist indes erstaunlich, dass Tesla es fast über Nacht gelungen sei, sich weltweit als „eine Marke im Oberklasse-Segment“ zu etablieren. VW hingegen sei das mit der Luxuslimousine Phaeton nach mittlerweile zwölf Jahren nicht gelungen.

Teil des Tesla-Erfolges ist allerdings auch, dass Musks Firma von Subventionen profitiert. In den USA etwa gibt es Kaufprämien für Elektroautos. In der Schweiz sind die Preisstrukturen besondere. Dort gibt es zwar keine Subventionen für Elektroautos, dort kosten Pkw aber generell deutlich mehr als hierzulande.

Für einen 6er-BMW etwa muss der Käufer mindestens 103 000 Franken auf den Tisch legen. Tesla bietet die teuerste Variante des Model S in der Grundausstattung aber schon für 95 700 Franken an. Das macht den Wagen neben seinem Image-Bonus attraktiv. Gleichwohl, für Dudenhöffer ist der Erfolg des Tesla in der Eidgenossenschaft eine „besondere Leistung, die bisher in dieser Weise in der Branche nicht beobachtbar war“.

Hierzulande spielt das Model S indes in der Oberklasse eine untergeordnete Rolle. Nur 287 Exemplare wurden in den ersten vier Monaten verkauft, rund zehnmal höher war der Absatz des hiesigen Oberklasse-Marktführers, der Mercedes S-Klasse. Doch auch in Deutschland könnte Tesla demnächst aufholen, denn die Bundesregierung denkt unter anderem über Kaufprämien für Elektroautos nach.

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