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Test: Pestizide im Fleischersatz

Öko-Test hat Hackbällchen, Schnitzel und Würstchen auf Pflanzenbasis untersucht – mit ernüchterndem Ergebnis. Auch der Fleischersatz ist nicht immer koscher.

Vegetarisch oder lieber mit Fleisch?
Vegetarisch oder lieber mit Fleisch?
Foto: Warnecke/dpa/tmn

Fleischlos zu essen ist eigentlich ganz einfach und muss überhaupt nicht fade schmecken. Liebhaber der italienischen Küche zum Beispiel kommen vegetarisch voll auf ihre Kosten. Die Liste der Pasta-Variationen ist unendlich, von den Gemüse-Antipasti ganz zu schweigen.

Wie schnell und abwechslungsreich sind zum Beispiel Tomaten-Sughi zuzubereiten. Zwiebeln, Knoblauch in gutem Olivenöl leicht anbraten, gehackte Tomaten, Gemüsebrühe, Pfeffer, einen Schuss Wein hinzufügen und alles gemütlich einkochen lassen. Allein dies ergibt schon eine leckere Soße, die mit etwas Fantasie beliebig angereichert werden kann – mit ein paar Löffeln Kapern zum Beispiel, gehackten Oliven oder Peperoncino und frischen Kräutern. Mit dem krönenden Abschluss eines schmackhaften, geriebenen Käses – zur Abwechslung auch mal ein herzhafter Pecorino – ergibt dies ein Gericht, das Fleisch mühelos ersetzen kann.

Weichmacher inklusive

Aber: Viele Zeitgenossen, die sich für das Vegetariertum entschieden haben, möchten auf das Schnitzel- oder Wurstgefühl nicht verzichten und greifen zu Fleischersatz. Öko-Test hat eine Reihe von Produkten getestet. Leider auch mit der Erkenntnis, dass manche Marken Weichmacher und Pestizide enthalten sowie Hinweise auf Gen-Technik liefern.

Die Basis für das Pflanzenfleisch sind meist Soja oder Weizen in Form von Tofu und Eiweißprodukten. Die Firma Campina bietet seit einiger Zeit auch Erzeugnisse auf Milchbasis an. Hinzu kommen pflanzliche Öle, reichlich Gewürze, oft auch Aroma oder Hefeextrakt. Öko-Test hat den Fleischersatz von Profis probieren lassen. Zudem wurden 20 ausgewählte Alternativen in verschiedene Labors geschickt, wo sie auf viele Schadstoffe und ihren Salzgehalt untersucht wurden. Das Ergebnis ist nicht gerade aufbauend. Ein Viertel der Produkte weist so viele Mängel auf, dass Öko-Test von ihnen abrät. Die Note „ungenügend“ ernteten Granovita Räucher Snackies, Vegetarische Würstchen, Valess Schnitzel fleischfrei, Vitaquell Weißwurst vegetarisch und Taifun Tofu-Bratgriller, Demeter. Für „mangelhaft“ wurde Eden Leberkäse, rein vegetarisch, erachtet.

Knapp die Hälfte der Produkte schafft laut Öko-Test ein mittelmäßiges „befriedigend“ oder „ausreichend“; Heirler Wie Hackbällchen etwa oder Pural Vegetarische Bio-Nuggets. Letztere enthalten relativ große Mengen des Weichmachers Diisononylphthalat (DINP). Der Stoff geht laut Öko-Test aus Kunststoffmaterial auf fettreiche Lebensmittel über und ist deshalb in Verpackungen für fettreiche Produkte verboten. Gesetzliche Limits für DINP gibt es nicht, aber eine Obergrenze für den Übergang von Verpackungen an den Inhalt. Dieser Wert ist nach Angaben von Öko-Test im Falle der Nuggets überschritten.

Auch Spuren von Gentechnik

In drei Produkten stecken Spuren der gentechnisch veränderten Soja-Sorte Roundup-Ready. Beim Taifun Tofu-Bratgriller von Demeter wurden nicht nur Weichmacher und Hinweise auf Gen-Technik, sondern auch Rückstände des Pestizid-Wirkstoffes Endosulfan entdeckt. Der Orientierungswert von 0,01 Milligramm pro Kilogramm des Bundesverbands Naturkost Naturwaren ist „eindeutig überschritten“. Nur zwei Produkte schneiden mit „sehr gut“ ab: Alnatura Toskana Bällchen mit Tomaten und Oliven sowie Provamel Soya Nuggets von Alpro. Kostenpunkt: 1,25 beziehungsweise 1,71 Euro pro 100 Gramm. Eine üppige Spaghettata ist günstiger.

Autor:  Christine Skowronowski
Datum:  25 | 1 | 2011
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