In seiner Frühjahrsprognose zur wirtschaftlichen Entwicklung Europas sagt der IWF für die Europäische Union im laufenden Jahr eine Inflationsrate von 2,7 Prozent voraus. Für 2012 prognostiziert der Fonds ein Absinken auf 1,9 Prozent. In der Euro-Zone erwartet der IWF Teuerungsraten von 2,3 und 1,7 Prozent. Und in Deutschland soll der Verlust der Kaufkraft des Euro sogar noch darunter liegen: 2,2 Prozent sollen es in diesem Jahr sein, für 2012 rechnet der Fonds mit 1,5 Prozent und liegt damit unter der Marke von zwei Prozent, bei der die EZB die Stabilität des Euro gewahrt sieht. Grundlage der Erwartungen ist die Annahme des IWF, dass die starken Preiserhöhungen bei Lebensmitteln und Energie nur vorübergehend sind und nicht über Zweitrundeneffekte zu einer dauernden Inflation führen. Eine Lohn-Preis-Spirale sei kaum sichtbar, so der IWF, weshalb die Geldpolitik weiter mit niedrigen Zinsen die Konjunktur stützen könne.
Europa macht sich gut
Auch in Sachen Wachstum gibt sich der Fonds sehr optimistisch. „Europa macht sich insgesamt gut, sowohl in West- als auch in Osteuropa“, sagte Europa-Direktor Antonio Borges bei der Vorstellung des Ausblicks in Frankfurt. Für Deutschland rechnet der IWF dank der exzellent laufenden Geschäfte der Unternehmen in diesem Jahr mit einem Wachstum von 2,5 Prozent und 2,1 Prozent in 2012. In Griechenland, Irland, Portugal und Spanien dürften die Reformprogramme die Entwicklung vorerst noch dämpfen.
Die dadurch entstehenden Spannungen in den Ländern der Eurozonen-Peripherie sieht der IWF als größtes Risiko für die wirtschaftlichen Aussichten des Währungsraums. Um die aktuelle Schuldenkrise zu bewältigen und neuen Krisen vorzubeugen, fordert er die EU-Partner auf, die Integration von Finanz- und Wirtschaftspolitik weiter zu forcieren.
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