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12. Februar 2013

ThyssenKrupp nur mit Mini-Gewinn im Quartal

Der angeschlagene Industriekonzern ThyssenKrupp gibt seine Zahlen bekannt. Foto: Martin Gerten 

Nur durch den Milliarden-Verkauf der Edelstahlsparte konnte ThyssenKrupp im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres ...

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Essen. Nur durch den Milliarden-Verkauf der Edelstahlsparte konnte ThyssenKrupp im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres einen Minigewinn ausweisen. Wie der Dax-Konzern am Dienstag in Essen mitteilte, waren es im Konzern 35 Millionen Euro.

Im Vorjahresquartal schlug allerdings noch ein Verlust von 460 Millionen Euro zu Buche. Dem von einer Skandal-Serie erschütterten Industriekonzern macht die Krise im europäischen Stahlgeschäft weiter schwer zu schaffen. Konzernchef Heinrich Hiesinger rechnet nur mit einer allmählichen Besserung. Im laufenden Geschäftsjahr 2012/2013 (30. September) dürfte der Umsatz stagnieren und der operative Gewinn deutlich sinken.

Wieder aufwärts soll es erst im kommenden Geschäftsjahr 2013/14 gehen. Dann will Hiesinger die ersten Früchte seiner Umbauarbeiten und Sparprogramme ernten. «Wir sind auf gutem Weg, unsere operativen Ziele im Gesamtjahr 2012/13 zu erreichen», sagte er. «Mit der heutigen Ertragskraft des Konzerns können wir jedoch nicht zufrieden sein.»

Der seit Januar 2011 amtierende Unternehmenschef hatte erst am vergangenen Freitag angekündigt, den Sparkurs im europäischen Stahlgeschäft drastisch zu verschärfen. Hier sollen mindestens 2000 der zuletzt 27 600 Stellen wegfallen und die Kosten um 500 Millionen Euro gedrückt werden. Hiesinger setzt zudem weiter darauf, die beiden Stahlwerke in Brasilien und den USA, die sich als Milliardengräber entpuppten, endgültig los zu sein.

Eine Einigung über den geplanten Verkauf der Stahlwerke in Übersee erfolgt möglicherweise noch in diesem Frühjahr. Die Verträge könnten bis Mai unterschrieben werden, kündigte Hiesinger an. Mit einem Abschluss des Geschäfts sei dann bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres zu rechnen.

Wenn das Übersee-Stahlgeschäft dagegen noch im gesamten Geschäftsjahr im Konzern verbleiben würde, sei für 2012/2013 allein aus diesem Geschäft mit einem «Verlust im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich» zu rechnen, hieß es im Zwischenbericht.

So haben auch im ersten Geschäftsquartal erneut die Geschäfte in Brasilien und USA belastet. Die Essener konnten aber immerhin in allen Sparten, die mittelfristig im Konzern bleiben sollen, einen operativen Gewinn erzielen - allerdings ging er in vier der sechs Segmente zurück. Gut lief der Verkauf von Aufzügen, Rolltreppen & Co sowie Spezial- und Großanlagen. Konzernweit sank der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) im fortgeführten Geschäft um 38 Prozent auf 229 Millionen Euro.

Im zweiten Quartal dürfte diese Größe wieder bei rund 200 Millionen Euro liegen. Eine deutliche Besserung erwartet der Vorstand erst für die zweite Jahreshälfte. Im Geschäftsjahr 2012/13 soll der bereinigte operative Gewinn bei rund einer Milliarde Euro und damit fast ein Drittel unter dem Vorjahreswert liegen.

Im ersten Quartal fiel der Umsatz im fortgeführten Geschäft um acht Prozent auf 8,84 Milliarden Euro. Einen Hoffnungsschimmer gab es dagegen beim Auftragseingang. Dieser blieb vor allem wegen Großaufträgen im Anlagenbau mit 9,64 Milliarden Euro stabil.

ThyssenKrupp war 2011/12 vor allem wegen der Werke in Amerika tief in die roten Zahlen gerutscht. Das Unternehmen strich deswegen erstmals in der Geschichte die Dividende. Neben den Problemen in Übersee wurde der Traditionskonzern von einer Reihe von Kartell- und Korruptionsfällen erschüttert. Diese mündeten im Dezember in dem Rauswurf des halben Vorstands.

In dem Zwischenbericht warnt das Unternehmen zudem vor erheblichen finanziellen Konsequenzen» aus Kartell- und Korruptionsverstößen und verweist auf noch nicht abgeschlossene Gespräche mit einzelnen Kunden wie der Deutschen Bahn über einen Schadensausgleich. Eine zuverlässige Schätzung der finanziellen Folgen sei noch nicht möglich. Bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr sei eine Rückstellung für Bußgeldrisiken in Höhe von 30 Millionen gebildet worden, hieß es. (dpa)

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