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Todesfall in Bangladesch: Metro soll faire Arbeit fördern

Der Todesfall einer Näherin in Bangladesch sorgt für Debatten: Metro darf die Fabrik R.L. Denim nicht von der Lieferantenliste streichen - sondern muss für bessere Arbeitsbedingungen sorgen. Von Roland Bunzenthal

Nach dem Todesfall einer Näherin in Bangladesch darf Metro die Fabrik nicht von der Lieferantenliste streichen - sondern muss für bessere Arbeitsbedingungen sorgen.
Nach dem Todesfall einer Näherin in Bangladesch darf Metro die Fabrik nicht von der Lieferantenliste streichen - sondern muss für bessere Arbeitsbedingungen sorgen.
Foto: dpa

Der Fall der an Überarbeitung und Unterernährung gestorbenen 18-jährigen Näherin Fatema Akter in Bangladesch schlägt hohe Wellen. Der Handelskonzern Metro dürfe wegen dieses Vorfalls seine Geschäftsbeziehungen mit dem Textilbetrieb R.L. Denim in Bangladesch nicht abbrechen.

Dies fordert Maik Pflaum von der Christlichen Initiative Romero im Gespräch mit der FR. Er hat im Nachklang zur Hauptversammlung der Metro einen Brief an die Handelsmanager geschrieben, in dem er die "falschen Konsequenzen" kritisiert, die der Konzern aus dem Fall ziehe. Metro müsse statt die Lieferbeziehung zu beenden, lieber für bessere Arbeitsbedingungen in seinen Partnerbetrieben sorgen.

In dem Betrieb erhalten die 650 Arbeiterinnen acht Cent Lohn pro Stunde, müssen dazu noch 13 bis 15 Stunden an sieben Tagen in der Woche arbeiten, berichtet Pflaum. Dies überschreitet die von der Regierung Bangladesch festgelegte maximale Überstundenzahl um 425 Prozent. Darüberhinaus seien sogar noch etwa 30 Prozent des mageren Verdienstes unterschlagen und zustehender Urlaub verweigert worden.

Dennoch würde ein Abbruch der Lieferbeziehungen den Beschäftigten selbst diesen prekären Arbeitsplatz wegnehmen. Da Metro etwa 80 Prozent der Produktion abnehme, müsste die Fabrik geschlossen werden, wenn dieser Kunde wegfiele.

Pflaum will seinen Brief noch mit anderen Organisationen und der Gewerkschaft Verdi abstimmen, um dem Verlangen mehr Gewicht zu geben. So fordert er, in dem betroffenen Betrieb und den anderen Partnern der Metro Überstunden auf ein vernünftiges Maß zu reduzieren, den Lohn auch tatsächlich voll auszuzahlen, den Arbeitsdruck generell zu verringern und den vorgeschriebenen Mindesturlaub auch zu gewähren. Für die Familie der Verstorbenen müsse eine Entschädigung gezahlt werden.

Pflaum hatte mit Unterstützung durch die Kritischen Aktionäre auf der Metro Hauptversammlung am Mittwoch gesprochen. Zuvor hatte Metro-Chef Cortes erklärt, "wir sind keine kalten Kapitalisten". Den Tod der Näherin bedauere er. Offen lässt er jedoch die Frage, ob der Konzern eine Entschädigung an die hinterbliebenen Eltern zahlen wird: "Wir haben eine Untersuchungskommission, die das Thema prüft und sich auf den Weg nach Bangladesch macht."

Cortes bestätigt in seinen Ausführungen, dass die Metro Gruppe die Fabrik R.L. Denim von der Lieferantenliste streichen wird. "Erst beutet man die Arbeiterinnen jahrelang aus - und wenn es jemand mitbekommt, flieht Metro aus der Fabrik", meint Pflaum. Er fordert stattdessen schärfere Kontrollen der Arbeitsbedingungen. Bereits 2005 wurden in der Fabrik schwere Mängel festgestellt, doch es gab keine neue Kontrolle.

Die Christliche Initiative Romero arbeitet eng mit der "Kampagne Saubere Kleidung" zusammen, die sich die Kontrolle der Arbeitsbedingungen der asiatischen Textilbetriebe zur Aufgabe gemacht hat. Der Unternehmer, dem R.L. Denim gehört, besitzt noch elf weitere Fabriken . Je nachdem, welcher Abnahmepreis vereinbart wurde, erklärt Pflaum, variieren die Arbeitsbedingungen in seinen Betrieben.

Autor:  ROLAND BUNZENTHAL
Datum:  15 | 5 | 2009
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