New York. Ein neuer dramatischer Vorfall mit einem unkontrolliert beschleunigenden Toyota sorgt in den USA für Schlagzeilen. Die Regierung schickt sogar Sonderermittler nach Kalifornien, um die Ursache des Beinahe-Unfalls zu untersuchen.
Merkwürdig ist nur: In Westeuropa tauchen vergleichbare Zwischenfälle nicht auf. Handelt es sich etwa um ein Problem, dessen Ursachen weniger in der Fabrikation von Toyota zu suchen sind als in Amerika selbst?
Für James Sikes auf jeden Fall steht fest: "Ich werde nie wieder einen Prius fahren." Der 61-Jährige saß am Steuer des mittlerweile weltweit berühmten blauen Toyota Prius, der am Montag auf einer Schnellstraße in San Diego plötzlich eigenständig auf mehr als 145 Kilometer pro Stunde beschleunigte und Sikes in Todesangst versetzte.
Dem Fahrer gelang es schließlich, die Handbremse zu ziehen, den Motor auszuschalten und so den Wagen zu stoppen.
Der Höllenfahrt ist bereits ein Klick-Hit auf der Videoplattform Youtube. In den sensationsheischenden Abendnachrichten im US-Fernsehen läuft der Clip hoch und runter. Schon ist Sikes ein Medienstar.
Noch aber ist gar nicht bewiesen, ob etwas mit dem Wagen nicht stimmte. Das Hybridauto aus dem Baujahr 2008 wird nun von den US-Behörden und Toyota untersucht. Der Autobauer beteuert weiter, dass es sich nicht um ein elektronisches Problem handelt.
Der Weltmarktführer kommt freilich nur schwer aus der Defensive: 52 Unfalltote werden in den USA mit mangelhaften Toyotas in Verbindung gebracht. In San Diego etwa starb eine vierköpfige Familie in ihrem Auto, nachdem der Wagen unvermittelt beschleunigt hatte und in eine Schlucht stürzte.
Toyota muss auch mit juristischen Folgen kämpfen. Fast 90 Sammelklagen gegen den japanischen Konzern sind aktenkundig, und das ist nur der Anfang. Auf Schadensprozesse spezialisierte Anwälte schalten bereits TV-Werbung, um Toyota-Besitzer zum Klagen zu bewegen.
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