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Transparency-Bericht: Tatort Wasser

Mehr als eine Milliarde Menschen weltweit hat keinen gesicherten Zugang zu Wasser. Ein Grund: Korruption.

Besonders gravierend ist dem Transparency-Bericht zufolge die Lage in Afrika. Dort laufen Frauen und Mädchen oftmals mehr als zehn Kilometer, um in den Dürreperioden an Wasser für ihre Familien zu kommen.
Besonders gravierend ist dem Transparency-Bericht zufolge die Lage in Afrika. Dort laufen Frauen und Mädchen oftmals mehr als zehn Kilometer, um in den Dürreperioden an Wasser für ihre Familien zu kommen.
Foto: ap

Mehr als eine Milliarde Menschen weltweit hat keinen gesicherten Zugang zu Wasser. Ein Grund: Korruption. Mit dieser alarmierenden Erkenntnis appelliert die Anti-Korruptions-Organisation Transparency International in ihrem jüngsten Bericht vor allem an die Regierungen, den illegalen Praktiken einen Riegel vorzuschieben. Denn andernfalls könnten bis zum Jahr 2025 mehr als drei Milliarden Menschen förmlich auf dem Trockenen sitzen.

Und wie immer treffen die Missstände vor allem die Ärmsten auf diesem Planeten und dabei besonders Kinder. Schätzungsweise 1,8 Millionen sterben jährlich an den Folgen der Wasserknappheit und unzureichender sanitärer Verhältnisse. Mehr als vier Fünftel der Gesundheitsprobleme sind aus Sicht von Transparency darauf zurückzuführen. Und: Der globale Kampf um das knappe Gut Wasser wird in den nächsten Jahren zunehmen.

Besonders gravierend ist dem Bericht zufolge die Lage in Afrika. Dort laufen Frauen und Mädchen oftmals mehr als zehn Kilometer, um in den Dürreperioden an Wasser für ihre Familien zu kommen.

Transparency beklagt, dass die Verunreinigung von Wasser oft ungestraft bleibt und das Geld für dringend nötige Investitionen in den Taschen von korrupten Menschen landet. In China etwa seien 90 Prozent der Wasserleitungen verunreinigt und mehr als drei Viertel des Flusswassers, das durch Städte fließe, sei zum Trinken und Fischen nicht geeignet.

Korruption führt dazu, dass die Kosten eines Wasseranschlusses nach Einschätzung von Experten um 30 Prozent steigen. "Damit wird der Preis zur Erreichung des siebten Milleniumzieles im Bereich Wasser und Abwasser um erschütternde 48 Milliarden Dollar in die Höhe getrieben", konstatiert der Transparency-Bericht. In der Folge hätten arme Haushalte in Jakarta, Lima, Nairobi oder Manila oft höhere Kosten als die Einwohner in New York oder Rom.

Allerdings sind auch Industrienationen vor illegalen Praktiken nicht gefeit. Denn sie beeinflussten die Ausschreibungsentscheidungen. In Schweden etwa sind laut Transparency Fälle von Preisabsprachen bei der Wasserinfrastruktur bekannt. In Chicago werde die Finanzierung der Wasserversorgung für politische Kampagnen missbraucht.

Um die Missstände abzustellen, sieht Transparency vor allem auch multinationale Konzerne in der Pflicht. Sie müssten zum Beispiel dafür sorgen, dass nur integre Subunternehmer beschäftigt werden und sich zudem klar zur Korruptionsbekämpfung bekennen. Und diese müsse vor allem folgende Punkte zum Ziel haben: Mehr Transparenz bei der Finanzierung und der Auftragsvergabe im Wassersektor. Dringend geboten sei es, die Aufsichtsbehörden zu stärken. Wichtige Voraussetzung, um illegale Machenschaften abzustellen, sei ein fairer Wettbewerb. Erste ermutigende Ansätze gebe es, die müssten aber verstärkt werden - und zwar bald, fordert Transparency.

Autor:  CHRISTINE SKOWRONOWSKI
Datum:  26 | 6 | 2008
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