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18. Januar 2015

TTIP: Demo für Agrarwende

Tausende forderten ein Umdenken in der Agrar-Politik. Foto: Maurizio Gambarini

Zehntausende Menschen protestieren am Samstag in Berlin gegen industrielle Landwirtschaft. Die Demonstranten forderten von der Bundesregierung einen Kurswechsel in der Agrarpolitik. Über 25.000 Teilnehmer haben an der Demonstration teilgenommen.

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Berlin –  

In Berlin haben am Samstag Zehntausende Menschen gegen die industrielle Landwirtschaft protestiert. Während die Polizei von rund 25.000 Teilnehmern sprach, gaben die Veranstalter die Zahl mit 50.000 Demonstranten an. Die Demonstranten forderten von der Bundesregierung einen Kurswechsel in der Agrarpolitik. Zu der Kundgebung hatte ein Bündnis aus rund 100 Verbänden aufgerufen, darunter Umwelt-, Verbraucherschutz- und Entwicklungsorganisationen.

Angeführt wurde der Protestzug vom Potsdamer Platz zum Bundeskanzleramt von Hunderten Bauern sowie rund 90 Traktoren. Unter dem Motto «Wir haben Agrarindustrie satt» verlangten die Teilnehmer unter anderem ein weltweites Recht auf Nahrung, gesundes und bezahlbares Essen für alle Menschen, faire Preise sowie artgerechte Tierhaltung. Anlass der Großdemonstration war die weltweit größte Ernährungsmesse, die Internationale Grüne Woche, die derzeit in Berlin stattfindet.

Der Protest richtete sich auch gegen Gentechnik in der Landwirtschaft und die geplanten Freihandelsabkommen TTIP und CETA. «Das EU-USA-Handelsabkommen TTIP dient einseitig global agierenden Konzernen und wird vielen bäuerlichen Betrieben hier und weltweit die Existenzgrundlage entziehen. Gleichzeitig drohen die Verbraucherstandards gesenkt zu werden», kritisierte Jochen Fritz, Sprecher des Veranstalter-Bündnisses.

Auch die Agrarpolitik in Deutschland wurde kritisiert: Sie habe dazu beigetragen, dass seit dem Jahr 2000 bundesweit mehr als dreiviertel der Schweinehalter aufgegeben hätten, während Fleischkonzerne zunehmend die Tierhaltung übernähmen. Trotz einer Überversorgung mit Fleisch hierzulande würden weiter Mega-Ställe in Deutschland genehmigt. Fritz betonte, nötig sei eine Agrarwirtschaft auf Basis regionaler Märkte.

Der Landwirtschaftsexperte der Hilfsorganisation «Brot für die Welt», Stig Tanzmann, forderte: «Die Politik auf deutscher, europäischer und globaler Ebene muss endlich die Grundlagen dafür schaffen, dass die Bäuerinnen und Bauern, die die Ernährung der Welt sichern, angemessen für ihre harte Arbeit entlohnt werden und eine gesicherte Zukunft haben». Notwendig sei dazu «eine radikale Abkehr einer Exportorientierung». Lebensmittelproduzenten dürften nicht von Agrarkonzernen gegeneinander ausgespielt werden, um Profite zu sichern.

Artgerechte Ställe mittlerweile stärker gefördert

Nach Ansicht des Vorsitzenden des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Hubert Weiger, zeigt der seit Jahren anhaltende Protest gegen die bisherige Agrarpolitik erste Erfolge. «Dank bundesweit rund 250 Bürgerinitiativen wurden mehr als 100 geplante Riesen-Ställe nicht gebaut», sagte Weiger. Artgerechte Ställe würden mittlerweile stärker gefördert, und Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) habe angekündigt, gegen den überhöhten Antibiotika-Einsatz in der Tierhaltung vorzugehen. Zudem wachse das Bewusstsein der Verbraucher über die Risiken und Nebenwirkungen der industriellen Landwirtschaft.

Die Demonstration fand bereits zum fünften Mal statt. Im vergangenen Jahr hatten sich rund 30.000 Menschen beteiligt. (epd)

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