Das neue Jahr hat für den Einzelhandel verheerend begonnen. Mit einem Minus von rund drei Prozent beim Umsatz schlug die Konsum-Unlust der Verbraucher voll durch. Nach dem relativ zufriedenstellenden Weihnachtsgeschäft hatten wohl viele Händler mit Zuwächsen gerechnet.
Getrübt ist die Stimmung offenbar durch zwei Tendenzen: Vielen Verbrauchern fehlt das nötige Kleingeld für größere Anschaffungen. Andere sind vorsichtiger geworden, seit die Arbeitslosigkeit wieder zunimmt.
Statistische Probleme erschweren es, die tatsächlichen Umsätze der rund 380.000 Einzelhändler zu erfassen: Dazu gehört die Abgrenzung zwischen Handel und Dienstleistern. Viele Internet-Anbieter zählen nicht zum Handel.
Die Abgrenzung zwischen dem Handel im engeren und dem im weiteren Sinne ist ebenfalls unscharf. Die Differenz bilden Apotheken, Tankstellen und Kfz-Händler. Aber wozu gehören die in Tankstellen verkauften Lebensmittel?
Verspätet melden viele Händler bei der Stichprobe (26000 Firmen) die Umsätze oder schätzen sie selbst. rb
Diesem psychologischen Argument, dass aus Angst vor einer Arbeitslosigkeit weniger konsumiert und mehr gespart werde, widerspricht die Deka Bank: Angesichts der "Robustheit des deutschen Arbeitsmarktes" könne dieser für die Verunsicherung der Verbraucher "allenfalls eingeschränkt verantwortlich gemacht werden." Neben den bremsenden Folgen der Kurzarbeit, so die Bank-Experten, spiele der "Kollaps der Automobilnachfrage nach dem Wegfallen der Abwrackprämie eine Rolle.
In der engen Abgrenzung des Einzelhandels sind Kfz-Verkäufer nicht enthalten. Besonders stark rutschten die Internet-Anbieter und klassischen Versender ab - dank der Quelle-Pleite.
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