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01. April 2009

Umsatzeinbußen: Handel leidet unter der Abwrackprämie

Die Kauflaune der Deutschen bleibt getrübt. Foto: Foto: dpa

Kaufhäuser, Supermärkte und Versandhandel erleiden im Februar die stärksten Umsatzeinbußen seit mehr als einem Jahr. Nur neue Autos verkaufen sich gut - der staatlichen Prämie sei dank.

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Berlin. Die Abwrackprämie verdirbt Kaufhäusern, Supermärkten und dem Versandhandel das Geschäft. Sie erlitten im Februar die stärksten Umsatzeinbußen seit mehr als einem Jahr, während der Verkauf neuer Autos dank der staatlichen Prämie kräftig anzog.

Der Einzelhandel nahm 5,3 Prozent weniger ein als im Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. "Das ist das größte Minus seit Dezember 2007", sagte ein Statistiker. Allerdings zählte der Februar diesmal einen Verkaufstag weniger. Auch im Vergleich zum Vormonat sank Umsatz preisbereinigt (real) um 0,2 Prozent.

Der Branchenverband HDE führt das Minus auf die Mitte Januar eingeführte Abwrackprämie für Altautos zurück, mit der die Bundesregierung den Kauf von Neu- und Jahreswagen mit 2500 Euro fördert. "Was hier stattfindet, ist eine Umverteilung des Konsums zu Lasten des Einzelhandels", sagte HDE-Sprecher Hubertus Pellengahr. Analysten äußerten sich ähnlich.

"Die Abwrackprämie lenkt das Geld der Verbraucher in die Autohäuser", sagte Deka-Bank-Experte Sebastian Wanke. "Die Schrottpresse macht zurzeit die Musik." Bislang liegen fast 870.000 Anträge und Reservierungen für die Prämie vor.

Die Zahl der Neuzulassungen stieg allein im Februar um mehr als ein Fünftel. Der private Konsum dürfte dadurch im ersten Quartal insgesamt leicht gewachsen sein, sagte Analyst Wanke.

Einzelahndel erwartet schwierige zweite Jahreshälfte

Für 2009 erwartet der Einzelhandel aufgrund der Rezession bestenfalls stagnierende Umsätze. "Verglichen mit anderen Branchen könnten wir noch mit einem blauen Auge davonkommen", sagte HDE-Sprecher Pellengahr. Er erwartet in der zweiten Jahreshälfte ein schwieriges Geschäft, weil die Zahl der Arbeitslosen bis dahin deutlich steigen werde.

Am Jahresende dürfte sie über vier Millionen liegen - im November 2008 waren es weniger als drei Millionen. Zudem drohen vielen Beschäftigten erhebliche Einschnitte. Beim Autobauer Daimler etwa ist eine Verschiebung der für Mai geplanten Tariferhöhung im Gespräch.

Die Geschäfte liefen in allen Bereichen des Einzelhandels schlecht. Der Internet- und Versandhandel verzeichnete den stärksten Einbruch. Hier sank der Umsatz um 8,4 Prozent im Vergleich zu Februar 2008. Der Lebensmittelhandel setzte 6,4 Prozent weniger um, Waren- und Kaufhäuser hatten 5,2 Prozent weniger in den Kassen.

Der Textil- und Bekleidungshandel meldete Einbußen in Höhe von 3,1 Prozent. "Hier hat sicher der lange Winter eine Rolle gespielt", sagte HDE-Sprecher Pellengahr. "Die neue Frühjahrskollektion blieb deshalb liegen." Der Handel mit Kosmetik, pharmazeutischen und medizinischen Produkten verzeichnete mit 1,2 Prozent den geringsten Umsatzrückgang. (rtr)

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