Öko zieht immer, mag sich Chinas Wirtschaftsminister Chen Deming gedacht haben, als er seinem deutschen Amtskollegen Rainer Brüderle (FDP) vor zwei Jahren die Gründung eines gemeinsamen Umweltparks vorschlug. China hat gewaltige ökologische Probleme und Deutschland viel moderne Umwelttechnologie – wie sollte ein Kooperationsprojekt da keine Win-win-Lösung sein? Brüderle gefiel die Idee, und die beiden Minister gaben ihren Beamten Marschbefehle.
"Sino-German Eco-Park"
Am heutigen Dienstag wird nun nahe der ostchinesischen Hafenstadt Qingdao der Grundstein für den „Sino-German Eco-Park“ gelegt. Zehn Quadratkilometer Land hat die örtliche Regierung reserviert,. Zehntausende Menschen sollen dort leben, arbeiten und forschen. Doch wer bei dem Projekt gewinnen wird, ist längst nicht mehr so klar wie am Anfang. Nach zwei Jahren Verhandlungen ist offensichtlich, dass die Chinesen von einem Ökopark andere Vorstellungen hatten als die Deutschen. Welche Umweltstandards das gemeinsame Projekt erfüllen oder setzen soll, ist noch ungeklärt. Und bei der Umsiedlung der Bewohner von 14 Dörfern, auf deren Land der Ökopark entstehen soll, besteht der Verdacht, dass die chinesischen Behörden Methoden anwenden, die mit deutschen Vorstellungen von Rechtsstaatlichkeit nicht vereinbar sind.
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