Zum ersten Mal richtet sich ein Sonderbericht der Vereinten Nationen (UN) zum Thema Ernährung explizit an die Industrienationen. In dem Papier, das UN-Sonderberichterstatter Olivier de Schutter noch heute veröffentlichen will, werden die Auswirkungen der Agrarförderungen auf den weltweiten Lebensmittelmarkt analysiert.
Das Urteil fällt vernichtend aus: Trotz milliardenschwerer Subventionen ist der Hunger in vielen Regionen der Welt nach wie vor allgegenwärtig. Gleichzeitig wird die Bevölkerung in den reichen Industrienationen durch falsche Ernährung immer dicker, was riesige Folgekosten im Gesundheitswesen nach sich zieht.
Das Ziel, durch die Steigerung der landwirtschaftlichen Massenproduktion allen Menschen Zugang zu ausreichender Ernährung zu verschaffen, sei gescheitert, schreibt UN-Sonderberichterstatter de Schutter in seinem Report, aus dem Welt Online vorab zitiert.
Anstatt den Anbau gesunder Lebensmittel wie Obst und Gemüse zu fördern, begünstige das Subventionsmodell von Internationalem Währungsfonds und Weltbank den Anbau von Fett und Zucker. Dies führe dazu, dass Lebensmittel wie Chips, Schokolade oder Limonaden vielfach billiger verkauft würden als gesunde Nahrungsmittel.
Der UN-Sonderbeauftrage für Ernährung fordert deshalb eine Totalreform der Agrarsubventionen, stellt aber gleichzeitig ernüchtert fest, dass er von Seiten der Politik und der Wirtschaft kaum Bereitschaft dazu erkennen könne.
Um die Konsumenten zu einem gesünderen Ernährungsstil zu animieren, schlägt Olivier de Schutter außerdem eine Sondersteuer auf Dickmacher wie Chips oder Cola vor. Dadurch würden Obst und Gemüse im Vergleich zum Junk-Food deutlich billiger, argumentiert der UN-Sonderberichterstatter.
Radikal beschränken will de Schutter auch Werbung für ungesunde Lebensmittel, die sich derzeit oft gezielt an Kinder und Jugendliche richte, die besonders anfällig für Übergewicht seien, wie der Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen.kritisiert. (dak)
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