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Update zu Rewe: Aufruf zum digitalen Ungehorsam

Rewe hat auf die Kritik am Umgang mit Kunden bei der Bezahlung mit EC-Karte reagiert.

Rewe-Einkaufswagen - das Unternehmen wegen seiner Datenschutz-Politik steht in der Kritik.
Rewe-Einkaufswagen - das Unternehmen wegen seiner Datenschutz-Politik steht in der Kritik.
Foto: ddp

FR-online.de sammelt nicht nur fragwürdige Praktiken von Unternehmen im Umgang mit Kundendaten, sondern auch Wege, dies auf intelligente Art und Weise zu umgehen.

Unser Leser "IKEAKunde" etwa hat ein Beispiel für intransparentes Vorgehen bei Ikea in Wallau geschildert (19. Kommentar unter dem Rewe-Artikel). Was noch fehlt: Wie kann sich der Ikea-Kunde dagegen wehren?

Der "commander555" macht es im Kommentar Nummer 18 vor: "... also wird der Kunde an der Kasse diesen urig langen Vertragstext in Ruhe durchlesen, am besten noch mit Rückfragen an den Kassierer, oder den Geschäftsführer, wenn es die Kassiererin nicht hinbekommt mit dem Erklären."

Schreiben auch Sie uns in Form eines Kommentars unter diesem Artikel, welche Unternehmen auf welche Weise Ihre Daten sammeln oder Ihnen Verträge unterjubeln - und wie man dies in einer Art digitalem Ungehorsam umgehen kann. Sollten genügend gute Vorschläge zusammenkommen, wollen wir diese auch in der gedruckten Fassung der Frankfurter Rundschau veröffentlichen.

Ein Beispiel von uns:

Benutzen Sie Google, ohne dass Google Sie benutzt. Starten Sie Ihre Suche nicht auf Google.de, sondern auf Scroogle.org. Die Seite verwendet die Google-Suchmaschine, Ihre Suchergebnisse sind also die gleichen wie auf Google.de. Aber Scroogle blendet die Werbung aus und agiert als Proxy zwischen Ihnen und Google - als eine Art Filter also, der verhindert, dass Google weiß, wonach Sie suchen und von welchem Computer aus Sie das tun. Das Projekt ist spendenfinanziert.

Unsere Kriterien:

1. Wir sammeln nur Vorschläge, die sich gegen die Datensammelwut von Unternehmen richten. Staatliche Datensammler lassen wir erst einmal außen vor.

2. Wir sammeln ausschließlich Ideen zu legalen Mitteln gegen Datensammler.

3. Bedenken sie, dass wir die besten Vorschläge auch in der gedruckten Fassung der Frankfurter Rundschau veröffentlichen wollen. Überlegen Sie sich deshalb bitte, ob Sie ihre Idee unter ihrem wirklichen Namen oder unter Pseudonym einreichen wollen.

Update vom 27. Mai:

Rewe hat mittlerweile reagiert und folgende Pressemitteilung herausgegeben:

"Der Schutz der Privatsphäre ihrer Kunden hat bei der REWE Group obersten Stellenwert. Das gilt uneingeschränkt auch für das Bezahlen mit EC-Karte. Aus diesem Grund stellen alle Unternehmen der REWE Group ab Donnerstag, 27. Mai 2010, die EC-Kartenzahlung von der Unterschrift an der Kasse auf das PIN-gestützte System um. Die Umstellung wird spätestens Mitte der kommenden Woche in allen zur REWE Group gehörenden Unternehmen abgeschlossen sein. Neben aktuellen Kundenreaktionen war für diesen Schritt entscheidend, dass sich der beauftragte Dienstleister derzeit mit der Landesdatenschutzbehörde NRW in Abstimmung über jüngst aufgetretene datenschutzrechtliche Detailfragen befindet. Erst wenn diese Fragen vollständig und eindeutig geklärt sind, wird die REWE Group die Wiederaufnahme des Unterschriften-Verf ahrens prüfen."

Anmerkung der Redaktion:

Unsere Sammlung von Vorschlägen hat leider nicht genug konkrete Beispiele hervorgebracht, um in der gedruckten FR einen Schwerpunkt zum Thema zu füllen. Wir bedanken uns dennoch bei allen, die mitgemacht haben. Wir werden so etwas sicherlich noch mehrmals versuchen.

Autor:  Patrick Beuth
Datum:  25 | 5 | 2010
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