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USA: Die Kreditkarte bleibt zu Hause

Im Mutterland der Kreditkarten sieht es ziemlich düster aus. In den USA können immer mehr Bürger ihre Schulden nicht mehr bezahlen. Von Astrid Dörner

Kreditkarten-Informationen.
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Im Mutterland der Kreditkarten sieht es ziemlich düster aus. Zwar hat der weltgrößte Kreditkartenanbieter Visa seinen Quartalsgewinn um 35 Prozent auf 574 Millionen Dollar gesteigert. Doch die guten Zahlen hat der Konzern vor allem dem Wachstum im Ausland zu verdanken.

Der nächstgrößere Konkurrent, Mastercard, hat die Krise deutlicher zu spüren bekommen. Der Gewinn ist um 21 Prozent eingebrochen auf 293 Millionen Dollar.

Die Amerikaner erleben gerade ihre ganz persönliche Finanzkrise. Jahrelang konnten sie ihre Träume auf Pump finanzieren: ein eigenes Haus, ein großes Auto, teure Reisen. Möglich gemacht hat dieses Leben die Kreditkartenindustrie, Plastikkarten mit hohen Kreditlimits waren praktisch für jeden zu haben. Jetzt kommt die Rechnung und treibt viele in ernsthafte finanzielle Schwierigkeiten.

Die Zahl der Bürger, die ihre Kreditkartenrechnung nicht mehr bezahlen können, ist in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen. Nach einer Studie der Ratingagentur Fitch sind die Anzahl der überfälligen Forderungen im Vergleich zum Vorjahr um 19 Prozent gestiegen, die Zahlungsausfälle um 27 Prozent. Marktbeobachter rechnen damit, dass die Finanzbranche bis Ende dieses Jahres noch einmal Ausfälle von mindestens 55 Milliarden Dollar verbuchen wird.

Zwar werden die Ausfälle nicht die Dimensionen der Hypothekenkrise erreichen. Dennoch treffen die hohen Kreditkartenausfälle die Banken gleich doppelt. Durch die Kreditkrise ist es für sie deutlich teurer geworden, die Kredite an ihre Kunden zu refinanzieren. Zudem war das Geschäft mit den Plastikgeld einer der wenigen noch lukrativ Bereiche, der jetzt auch noch wegzubrechen droht.

Für Visa und Mastercard sind die Ausfallraten zwar weniger problematisch, weil sie keine Karten herausgeben, sondern nur an den Transaktionen beteiligt sind. Doch auch diese Konzerne leiden unter der sinkenden Kauflust der Amerikaner.

Die Einzelhändler haben längst zu spüren bekommen, dass sich US-Konsumenten vor großen Ausgaben scheuen. Um sie dennoch zu locken, haben viele Geschäfte eine Verkaufsstrategie aus der Großen Depression wieder eingeführt: Die "Layaways" erleben eine Renaissance. Statt einen Fernseher sofort zu bezahlen, wird er in Raten abgestottert - und erst wenn er komplett bezahlt ist, kann ihn der Kunde mit nach Hause nehmen.

Sogar für Urlaubsreisen und Konzertkarten gibt es mittlerweile Layaway-Pläne. Auch der Mobilfunk-Konzern T-Mobile soll Internetdiensten zufolge ein entsprechendes Angebot für US-Handys vorbereiten. "Das ist eine drastische Kehrtwende im Kaufverhalten", sagt Emily Peters von der Kreditberatung credit.com.

Die Kreditkarte lassen viele Amerikaner lieber gleich zu Hause, um die Schulden nicht noch weiter in die Höhe zu treiben. In den USA können Kunden einen Großteil ihrer Kreditkartenschulden von einem Monat in den anderen übertragen. Doch das ist inzwischen extrem teuer: Die Zinsen seien in vielen Fällen von neun auf 27 Prozent gestiegen, berichtet Kreditberaterin Peters. "Die Zeiten des easy credits sind erst einmal vorbei."

Autor:  ASTRID DÖRNER
Datum:  6 | 2 | 2009
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