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28. November 2012

USA Zigarettenwerbung: Tabakkonzerne müssen Anti-Werbung schalten

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"Rauchen tötet im Schnitt 1200 Amerikaner. Jeden Tag."  Foto: dpa

Ein US-Gericht hat die größten Tabakkonzerne zu einer empfindlichen Strafe verdonnert: Die Firmen müssen öffentlich eingestehen, dass sie die Öffentlichkeit belogen haben.

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Das Urteil einer US-Bundesrichterin verpflichtet die größten Zigarettenhersteller des Landes, einzugestehen, dass sie die Öffentlichkeit bewusst getäuscht haben.

Wie mehrere englischsprachige Medien berichten, hat das Gericht unter anderem Philip Morris (Marlboro) und Reynolds American Inc. (Camel, Pall Mall) dazu verurteilt, selbst Anti-Werbung zu verbreiten – unter anderem mit dem Statement, die Tabakindustrie habe die amerikanische Öffentlichkeit „bewusst getäuscht“, indem sie Light-Zigaretten als weniger schädlich beworben habe. Die Bezeichnungen "Light" und "Mild" sind in den USA inzwischen für Zigaretten verboten.

Außerdem will das Gericht die Firmen zwingen, folgende Formulierungen zu veröffentlichen:

  • „Rauchen tötet im Schnitt 1200 Amerikaner. Jeden Tag.“
  • „Angeklagte Tabakfirmen haben bewusst Zigaretten entwickelt, die besonders süchtig machen.“
  • „Alle Arten von Zigaretten verursachen Krebs, Erkrankungen der Atemwege, Herzinfarkte und frühzeitigen Tod – das gilt für Light-Zigaretten, und solche mit niedrigem Teergehalt … Es gibt keine sicheren Zigaretten.“

Kein Einzelfall

Die verantwortliche Richterin Gladys Kessler schreibt in einer Begründung, die Veröffentlichung solcher Statements sei eine angemessene Wiedergutmachung für die betrügerische Irreführung der Unternehmen, die bis in die 1960er Jahre zurückreiche. Im Übrigen handele es sich nicht um Meinungen, sondern um Tatsachen. Über welche Kanäle die Statements veröffentlicht werden sollen, ließ das Gericht offen, stellte aber klar, die Konzerne müssten die Kosten – etwa für Zeitungsanzeigen – selbst tragen.

In den USA ist es nicht das erste Mal, dass Firmen von einem Gericht zu Anti-Werbung gezwungen werden. Einmal mussten die Hersteller von angeblicher Krebs-Medizin Briefe an Kunden verschicken mit dem Hinweis, dass die Handelskommission ihre Werbung als irreführend betrachte. „Die Regierung verlangt von Gesetzesbrechern immer wieder ähnliche Bekanntgaben“, schreibt Richterin Kessler.

Sprecher der Tabakkonzerne Philip Morris und Reynolds sagten dem britischen Guardian, sie würden jetzt weitere Schritte prüfen. Theoretisch bleibt ihnen der Gang zu einem Berufungsgericht, aber der Erfolg eines Einspruchs ist fraglich - Erst Anfang 2011 hatte der Oberste Gerichtshof die Ansicht Kesslers bestätigt, dass die angeklagten Zigarettenfirmen die Öffentlichkeit gezielt belogen haben.

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