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30. Dezember 2009

Verbraucherschützer: Hotels sollen Preise senken

Hotels sollen günstiger werden  Foto: afp

Verbraucherschützer fordern die Hotelbranche auf, die Steuervergünstigung ab 1. Januar für Preissenkungen zu nutzen. Das Geschenk der verminderten Mehrwehrtssteuer soll bitteschön an die Kunden weitergereicht werden.

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Frankfurt/Ulm. Verbraucherschützer haben die Hotelbranche aufgefordert, die Steuervergünstigung durch das Wachstumsbeschleunigungsgesetz für Preissenkungen zu nutzen. Er erwarte, dass die Hoteliers "ihr Steuergeschenk zum 1. Januar in großem Umfang an die Kunden weitergeben".

Das sagte der Vorstandschef des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, Gerd Billen, der "Frankfurter Rundschau (FR)" (Mittwoch). Man werde das Verhalten der Branche beobachten: "Purzeln die Übernachtungspreise nicht unmittelbar nach Jahresbeginn, ist dies für Politik und Hotelgewerbe gleichermaßen ein Offenbarungseid", betonte Billen. Er riet den Verbrauchern, ab Januar genau hinzuschauen, wie viel sie im Vergleich zum Vorjahr für eine Übernachtung zahlen.

Gerd Billen, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv).
Gerd Billen, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv).
 Foto: dpa

Union und FDP hatten kurz vor Weihnachten beschlossen, den Mehrwertsteuersatz für Übernachtungen vom 1. Januar von 19 auf nur noch 7 Prozent zu senken. Vertreter des Hotelsektors versicherten bei einer Umfrage der "FR", im Sinne ihrer Kundschaft zu reagieren. Die Minderung der Steuerlast gebe "die notwendigen Handlungsspielräume, um für unsere Gäste attraktivere Angebote machen zu können", sagte der Geschäftsführer der Best-Western-Hotels, Marcus Smola. Man werde die Vorteile "direkt und indirekt weitergeben".

Smola und der Sprecher der Hotelkette Accor, Michael Kirsch, machten aber deutlich, Preissenkungen seien nur eine Option unter vielen. So gebe es im Hotelwesen "dringenden" Renovierungs- und Ausbaubedarf. Auch solle verstärkt ins Personal investiert werden. Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Ernst Burgbacher (FDP), sagte der "FR", es sei jetzt Sache der jeweiligen Hotels, festzulegen, "was im Einzelfall richtig" sei.

Die FDP will 2011 nicht den Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung erhöhen, um weitere Steuersenkungen zu finanzieren. "Das ist nicht unsere Absicht", betonte der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Carl-Ludwig Thiele, in einem Interview mit der "Südwest Presse" (Mittwoch). Thiele bekannte sich zu den geplanten Steuersenkungen 2011. "Aber wir werden die wirtschaftliche Entwicklung und die Steuerschätzung im Mai 2010 im Auge behalten."

Eine Sondersteuer für Bankmanager lehnte der FDP-Finanzexperte ebenso ab wie eine Finanztransaktionssteuer. "Letztlich werden sie nicht die Banken zahlen, sondern die Kunden", sagte er zu Forderungen, die Banken stärker zu belasten. Thiele hält es nicht für sinnvoll, normale Bürger zusätzlich zu belasten, die für ihr Alter Vorsorge betreiben. (dpa)

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