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04. Januar 2013

Verdi-Chef Bsirske: Binnennachfrage durch Lohnerhöhungen stärken

Verdi-Chef Frank Bsirske will durch gute Lohnabschlüsse die Binnennachfrage in Deutschland stärken. Foto: dpa

Tarifverhandlungen für rund 12,5 Millionen Beschäftigte werden nach den Worten von Verdi-Chef Frank Bsirske erhebliche Auswirkungen auf das Konjunkturklima in Deutschland haben.

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Die 2013 anstehenden Tarifauseinandersetzungen für rund 12,5 Millionen Beschäftigte werden nach den Worten von Verdi-Chef Frank Bsirske erhebliche Auswirkungen auf das Konjunkturklima in Deutschland haben. „Die europäische Krise tangiert auch die deutsche Wirtschaft. Die Exportnachfrage wird nachlassen, die Investitionsneigung geht zurück. Umso wichtiger ist es, durch gute Lohnabschlüsse die Binnennachfrage in der Bundesrepublik zu stärken“, sagte Bsirske in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Den Auftakt der diesjährigen Tarifrunden bilden Ende Januar die Gehaltsverhandlungen für die rund eine Million Angestellten der Bundesländer, darunter Krankenschwestern, Polizisten und Verwaltungspersonal. Weitere Schwergewichte sind die Metall- und Elektroindustrie mit 3,7 Millionen Mitarbeitern und das Bauhauptgewerbe (650 000). Im Bereich der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi stehen unter anderem ab April Tarifverhandlungen für den Einzelhandel an, ebenso für die Lufthansa, die Post AG, die Druckindustrie und die Versicherungen.

Zufrieden mit Tarifabschlüssen

Für den Öffentlichen Dienst fordern Verdi und der Beamtenbund 6,5 Prozent mehr Geld mit sozialer Komponente - bei einer einjährigen Laufzeit. „In den nächsten zehn Jahren werden im Öffentlichen Dienst 20 bis 25 Prozent der Beschäftigten altersbedingt ausscheiden“, sagte Bsirske. Damit der Öffentliche Dienst für den knapper werdenden Berufsnachwuchs attraktiv bleibe, „muss auch das Einkommen stimmen“. Der Verdi-Chef: „In den vergangenen Jahren hat sich die Einkommensschere zwischen Privatwirtschaft und Staat geöffnet. Da muss jetzt gegengesteuert werden.“

Bsirske rechnet „nicht mit konfliktarmen Verhandlungen“. Aber die Gewerkschaften seien in der Lage, „ihre Zähne nicht nur am Verhandlungstisch zu zeigen“. Zu den Forderungen zählt auch eine Übernahmegarantie für Auszubildende und die Anhebung ihrer Vergütung. Gemeinsames Ziel der Gewerkschaften ist auch, eine Vergütungsordnung für die rund 300 000 angestellten Lehrer in den Ländern durchzusetzen.

Mit den Tarifabschlüssen des vergangenen Jahres zeigte sich Bsirske zufrieden. Es habe 2012 „einige erfreuliche Ergebnisse“ gegeben. „Wir haben Reallohnsteigerungen durchgesetzt, teilweise sogar Lohnabschlüsse oberhalb des neutralen Verteilungsspielraumes.“ Erstmals seit langem seien dabei Inflation und Produktivitätszuwachs berücksichtigt worden. Für die zwei Millionen Tarifbeschäftigten beim Bund und bei den Kommunen waren nach einer umfangreichen Serie von Warnstreiks in einem Stufenplan Einkommensverbesserungen von insgesamt 6,3 Prozent vereinbart worden. (dpa)

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