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Verdi fürchtet um Jobs: Schlecker will offenbar Filialen schließen

Verdi sieht bei der Drogeriekette Schlecker Tausende von Jobs in Gefahr. Das Unternehmen kontert, die Angaben seien "völlig aus der Luft gegriffen".

Verdi befürchtet die Schließung von 4000 kleineren Schlecker-Filialen.
Verdi befürchtet die Schließung von 4000 kleineren Schlecker-Filialen.
Foto: ddp

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Verdi sieht bei der größten deutschen Drogeriekette Schlecker tausende Arbeitsplätze bedroht. Angesichts eines tiefgreifenden Konzernumbaus gebe es ein "extrem hohes Arbeitsplatzrisiko für potenziell 12 000 Beschäftigte", sagte der bei Verdi für Schlecker zuständige Achim Neumann der Neuen Ruhr/Neuen Rhein Zeitung.

Dem Blatt zufolge wäre damit nach Verdi-Zahlen fast jede dritte Stelle bei Schlecker in Deutschland in Gefahr. Verdi befürchte die Schließung von rund 4000 kleineren der insgesamt rund 10 000 Schlecker-Filialen in Deutschland und warne vor "drohenden Massenentlassungen" in diesem Jahr. Hintergrund sei ein hoher Wettbewerbsdruck und ein Trend zu größeren Filialen: "Jetzt geht es um eine komplette strategische Neuaufstellung am Markt", sagte Neumann. "Die Geschäftsfelder und Prioritäten werden neu definiert."

Der Drogeriediscounter wies die Anschuldigungen von Verdi zurück. Nach einem Bericht des Radiosenders MDR Info erklärte das Unternehmen am Donnerstag, die Angaben seien "völlig aus der Luft gegriffen". Schlecker wolle weder Verkaufsstellen schließen noch Beschäftigte entlassen. Das schwäbische Unternehmen warf der Gewerkschaft "ein verantwortungsloses Schüren von Ängsten bei den Beschäftigten" vor.

Verdi-Sprecherin Haß wies diesen Vorwurf als "skandalös" zurück. "Das Unternehmen sorgt schon selbst dafür, dass die Leute Angst haben. Da wird mit den Ängsten der Menschen gespielt." Die Gewerkschaft habe durch ihr dichtes Netzwerk erfahren, dass Filialschließungen anstehen.

Haß betonte weiter: "Wir haben bundesweit Fälle, in denen Beschäftigten eine Änderung ihrer Verträge aufgedrängt wird, um die Stundenlöhne zu drücken." Verdi wirft Schlecker unter anderem vor, mit den neuen, größeren Filialen "Tarifflucht" zu begehen. Beschäftigte würden aus den alten Kleinfilialen herausgedrängt und müssten sich in den sogenannten XL-Märkten neu bewerben - für weniger Lohn.

Schlecker hatte im abgelaufenen Jahr den Umsatz um sechs Prozent auf 7,42 Milliarden Euro gesteigert und sich zuversichtlich für 2009 gezeigt. "Die aktuelle Geschäftslage und der Ausblick auf das Geschäftsjahr 2009 sind ungeachtet der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ungetrübt", hatte Schlecker in der vergangenen Woche mitgeteilt. rtr/jes

Datum:  30 | 1 | 2009
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