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04. Juni 2010

Verkauf von Tafelsilber: Griechenland privatisiert

 Von Gerd Höhler

Griechenland will Beteiligungen an Staatsunternehmen verkaufen. Die Privatisierungen sollen in den kommenden drei Jahren mindestens drei Milliarden Euro in die leeren Staatskassen spülen. Von Gerd Höhler

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Athen. Griechenland will Beteiligungen an Staatsunternehmen verkaufen. Die Privatisierungen sollen in den kommenden drei Jahren mindestens drei Milliarden Euro in die leeren Staatskassen spülen. Mit dem Verkauf kommt die Regierung einer Auflage der EU und des Internationalen Währungsfonds (IWF) nach. Sie unterstützen Hellas mit Milliardenkrediten, die aber an Reformen geknüpft sind.

"Wir haben uns entschlossen, den Privatisierungsprozess zu beschleunigen", erklärte Finanzminister Giorgos Papakonstantinou. Auf der Verkaufsliste stehen Wasserwerke, Flughäfen, Eisenbahnen und Spielcasinos. Vorgabe von EU und IWF ist, dass die Regierung zwischen 2011 und 2013 pro Jahr mindestens eine Milliarde Euro mit der Privatisierung einnehmen muss. Papakonstantinou hofft, dies überbieten zu können: "Unsere Schätzungen liegen definitiv darüber."

Ob sich Käufer finden, und wie tief sie in die Tasche greifen, ist aber ungewiss. Denn viele der jetzt zum Teilverkauf stehenden Unternehmen schreiben tiefrote Zahlen. Beispiel: die Bahn-Betreibergesellschaft Trainose, die zu 49 Prozent privatisiert werden soll. Sie gehört zum staatlichen Bahnkonzern OSE und hat rund zehn Milliarden Euro Schulden. Ein Käufer dürfte sich erst finden, wenn Trainose saniert ist. Das kann lange dauern. Auch die Post, die zu 39 Prozent veräußert werden soll, macht bisher Verluste.

Günstiger stehen die Aussichten für einen Börsengang des Athener Flughafens, der ordentliche Gewinne erwirtschaftet. Voraussetzung für einen Aktienverkauf sind aber Verhandlungen mit dem Baukonzern Hochtief, der 40 Prozent an der Flughafengesellschaft hält und den Airport betreibt. Die Regierung prüft jetzt, weitere staatliche Flughäfen an private Betreiber abzugeben. Ebenfalls auf großes Interesse dürften die staatlichen Anteile an mehreren Spielbanken stoßen, denn die Spielleidenschaft der Griechen ist sprichwörtlich. 2009 flossen rund zehn Milliarden Euro in Glücksspiele. Als lukrativ gilt vor allem die 51-Prozent-Beteiligung des Staates am Regency Casino Mont Parnes bei Athen, Griechenlands zweitgrößter Spielbank. Zusätzliche Einnahmen verspricht sich Papakonstantinou von der geplanten Regulierung der bisher illegalen Online-Wetten und der Lizenzvergabe für die noch verbotenen Spielautomaten.

Nicht zur Disposition steht vorerst der 20-Prozent-Anteil am Telekomunternehmen OTE. Die Deutsche Telekom kontrolliert 30 Prozent und hält eine Option auf weitere zehn Prozent der Aktien.

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