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21. Januar 2009

Vermögensverteilung: Die Reichen werden reicher

 Von ROLAND BUNZENTHAL
 Foto: Plaßmann

Im Schnitt besitzt jeder erwachsene Bundesbürger Vermögen im Wert von 88.000 Euro. Aber: Mehr als jeder vierte Erwachsene hat gar nichts - allenfalls Schulden. Von Roland Bunzenthal

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Die Ungleichheit der Vermögensverteilung in Deutschland ist zwischen 2002 und 2007 stark gestiegen. Das belegt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung.

Im Durchschnitt besitzt jeder erwachsene Bundesbürger Immobilien oder anderes Vermögen im Wert von 88.000 Euro, ergab die Studie im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung. Aber das ist eben nur ein Durchschnittswert.


 Foto: FR-Infografik

Tatsächlich verfügen mehr als ein Viertel aller Erwachsenen (27 Prozent) über keinerlei persönliches Vermögen oder waren sogar verschuldet. Die unteren 70 Prozent besitzen nur neun Prozent des Gesamtvermögens, dagegen verfügt das reichste Zehntel der Bevölkerung über mehr als 60 Prozent des Gesamtvermögens von 6,6 Billionen Euro. Diese Kluft hat sich seit 2002 deutlich vergrößert.

Dabei sind auch die Unterschiede zwischen West- und Ostdeutschland größer geworden. Besonders besorgniserregend ist der Rückgang des Vermögens der mittleren Altersgruppen in Ostdeutschland. "Wenn die Politik nicht gegensteuert, wird die Altersarmut in Ostdeutschland in Zukunft deutlich zunehmen", befürchtet das DIW.

Wegen der höheren Arbeitslosigkeit in Ostdeutschland waren dort mehr Menschen im Zuge der Hartz-Reformen gezwungen, ihr Vermögen aufzuzehren, bevor sie staatliche Hilfe in Anspruch nehmen konnten.

Während in Westdeutschland die Nettovermögen seit 2002 um gut elf Prozent gestiegen sind, sind sie in Ostdeutschland um knapp zehn Prozent gesunken. Neben der hohen Arbeitslosenquote ist der Preisverfall selbstgenutzter Immobilien in Ostdeutschland für diese Entwicklung verantwortlich. Selbstgenutzte Immobilien sind nach wie vor die wichtigste Anlageform in Deutschland.

Unterschiede zeigen sich auch in der Vermögensstruktur zwischen Ost- und Westdeutschland: Ostdeutsche besitzen deutlich seltener Immobilien und sind häufiger verschuldet - allerdings nicht so hoch wie die Schuldner im Westen.

Seit der letzten Untersuchung im Jahr 2002 ist das Durchschnittsvermögen inflationsbereinigt um gut zehn Prozent gestiegen. Dies ist vor allem auf die Zunahme des Geldvermögens sowie der Ansprüche aus privaten Versicherungen zurückzuführen.

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