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23. Februar 2016

Virtual Reality auf der MWC: Virtuelle Realität statt Fernseher

 Von 
Messebesucher testen die Datenbrille von Samsung.  Foto: AFP

Smartphone-Hersteller setzen auf virtuelle Realität als neusten Trend. Datenbrillen sind auf der Mobilfunkmesse MWC in Barcelona omnipräsent - fast alle großen Smartphone-Hersteller präsentieren ein eigenes Modell.

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Auf der Mobilfunkmesse MWC in Barcelona sind sie omnipräsent: Datenbrillen, mit denen die Nutzer in die virtuelle Realität (VR) abtauchen können. Hersteller hoffen auf ein Riesengeschäft. Wer eine dieser Brillen aufsetzt, wird gewissermaßen blind für die reale Umgebung, denn sie decken das gesamte Gesichtsfeld ab. Dreht der Nutzer den Kopf, verändert sich das Bild – er befindet sich in einem virtuellen Raum. Für einen möglichst realistischen Eindruck sorgen hochaufgelöste Bilder und/oder dreidimensionale Projektionen. Außerdem gehören zu den Brillen Kopfhörer, die Töne und Musik einspielen.

Fast alle großen Smartphone-Hersteller präsentieren Brillen in Barcelona: Samsung, LG, Sony, HTC. Bei Samsung etwa wird das Smartphone in das Brillengestell geschnallt. Es dient als Display für die VR-Brille. Bei LG ist die Brille autonom, sie hat ein eigenes Display. Sie muss aber mit dem neuen Oberklasse-Smartphone G5 verbunden sein, das die Daten für die VR-Bilder liefert. Zudem stellt HTC ein System vor, das ohne Smartphone, aber im Zusammenspiel mit einem PC funktioniert.

Smartphone-Hersteller stellen zudem 360-Grad-Kameras vor. Bei Samsung hat sie die Form und die Größe eines Tennisballs. Die Kameras verfügen über zwei Linsen, die ein Rundumbild erzeugen. Sie sollen dazu dienen, dass Nutzer Bilder und Filme machen, die dann mit VR-Brillen angeschaut werden können.

Doch nicht nur die Manager von Samsung und Co. wollen virtuelle Realität zu einem großen Geschäft machen. Auch Facebook-Gründer und -Chef Mark Zuckerberg ist mit im Boot. Denn Facebook soll als eine Art Relaisstation dienen. Nutzer machen mit den Rundum-Kameras Aufnahmen und stellen sie ihren Freunden zum Anschauen auf Facebook bereit. Etwa vom jüngsten Urlaub, von einer halsbrecherischen Abfahrt auf dem Mountainbike oder einer Klettertour. „Wir teilen in Zukunft keine Bilder, sondern komplette Szenen aus unserem Leben“, sagte Zuckerberg in Barcelona. Auch Youtube könnte zu einem VR-Kanal werden.

Eine Milliarde Dollar Umsatz

Die ersten Modelle der Datenbrillen sollen schon bald auf den Markt zu haben sein. Die Vive von HTC soll im April kommen. Zuckerberg hat angekündigt, dass die Facebook-Tochter Oculus noch dieses Frühjahr nachzieht. Zugleich haben die Oculus-Leute bei der Entwicklung der Samsung-Brille Gear VR mit den Koreanern kooperiert – deshalb gab es auch einen Überraschungsauftritt von Zuckerberg bei der Samsung-Show in Barcelona. Der Handyhersteller will seine Gear VR ebenfalls schnell unter die Leute bringen: Wer eines der neuen Galaxy-S7-Smartphones bestellt, bekommt die Brille geschenkt. Ziel ist, ein Ökosystem aus Hardware, Software und Diensten für die virtuelle Realität aufzubauen – so wie Apple es einst mit iTunes und dem iPod vorführte.

Das Analysehaus CCS Insight geht jedenfalls davon aus, dass mit Virtual-Reality-Gerätschaften in diesem Jahr erstmals weltweit eine Milliarde Dollar Umsatz gemacht werden könnte – deutlich mehr als im vergangenen Jahr. Die Experten des Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Gartner haben Anwendungen, die die Lebenswelten der Nutzer intensiver erschließen, zu einem der zehn wichtigsten Trends für dieses Jahr erklärt – dazu zählt auch alles, was mit virtueller Realität zu tun hat.

Fast alle großen Smartphone-Hersteller präsentieren Brillen in Barcelona.  Foto: AFP

Das bedeutet aber nicht zwingend, dass ein heftiger Boom losgetreten wird. Marktforscher sehen im Preis einen entscheidenden Faktor. HTC etwa will seine Datenbrille Vive für etwa 800 Dollar anbieten. Da dürften nur Enthusiasten zuschlagen. Das andere ist die Qualität: Eine klobige Datenbrille setzt sich nur auf, wer eine deutlich höhere Qualität erreicht, als mit einem hochaufgelösten konventionellen Video, was inzwischen jedes Mittelklasse-Smartphone erstellen kann.

Ob die neuen Rundum-Kameras besser sind, wird sich in den nächsten Monaten zeigen – dabei wird viel von der Software abhängen, mit der die Aufnahmen bearbeitet werden. Indes sollen die neuen Geräte teils sogar für Liveübertragungen taugen. Ein Nutzer mit Datenbrille kann dann einen Freund in Echtzeit beim Strandspaziergang „begleiten“, was allerdings enorm schnelle Datenverbindungen verlangt.

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Letztlich gehen alle Experten davon aus, das die von Nutzern gemachten VR-Inhalte aber nur ein Aspekt der virtuellen Realität sein werden. Vor allem Computer-Spielen werden große Chancen eingeräumt. Diese in Online-Varianten zu spielen, verlangt aber extreme Bandbreiten, die wohl erst von 2020 an mit dem neuen Mobilfunkstandard 5G realisiert werden können. Es gibt aber auch Studien, die davon ausgehen, dass die virtuelle Realität eines Tages das Kino und das Fernsehen ablösen könnte.

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