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09. März 2016

Volksbank: Licht und Schatten

 Von 
Mahner: Volksbanken-Präsident Uwe Fröhlich.  Foto: bvr

Gute Rendite, viele Mitglieder: Den deutschen Volksbanken geht es gut. Trotzdem überwiegen auf der Jahrespressekonferenz des Bundesverbands der Volks- und Raiffeisenbanken die kritischen Töne.

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Zunächst einmal die erfreulichen Nachrichten: Die 1021 Volks- und Raiffeisenbanken haben im vergangenen Jahr zusammengerechnet gut verdient. Unter dem Strich standen 2,1 Milliarden Euro, das war fast genauso viel wie ein Jahr zuvor. Die Finanzgruppe mit einer Bilanzsumme von 818 Milliarden Euro konnte ihre Marktanteile im Kreditgeschäft ausbauen. Zum Vergleich: Die zweitgrößte deutsche Bank Commerzbank hat eine Bilanzsumme von 533 Milliarden Euro und wies für 2015 einen Gewinn von 1,1 Milliarden Euro aus.

Immer mehr Bürger fühlen sich ihren Genossenschaftsbanken verbunden und wollen Mitglied werden: 18,3 Millionen waren es 2015 – also fast jeder vierte Deutsche, Tendenz weiter steigend. Sie werden für 2015 im Schnitt aller Institute mit einer Dividende von 4,9 Prozent bedacht – eine gute Rendite in Zeiten niedriger Zinsen. „Wir glauben, dass wir die am besten aufgestellte Bankengruppe in Deutschland sind“, sagte der Präsident des Bundesverbands der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR), Uwe Fröhlich, am Mittwoch in Frankfurt.

Trotz dieser eigentlich guten Botschaften überwogen auf der Jahrespressekonferenz des BVR die kritischen Töne. Die Stimmung in der ein oder anderen Mitgliedsbank sei richtig schlecht, sagte Fröhlich. Ein Grund dafür sei die überbordende Bankenregulierung, die für kleine Institute kaum noch zu bewältigen sei.

Fröhlich biss sich am Mittwoch aber vor allem an einem Namen und aus seiner Sicht Schuldigen fest: Mario Draghi, dem Chef der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Geldpolitik der EZB sei „zerstörerisch“, so Fröhlich. Die Sparquote sinke, die Preise für Immobilien- und Sachwerte schössen in die Höhe, für Banken werde es immer attraktiver, Geld in Tresoren anstatt bei der EZB zu lagern – und auch für Privatkunden könnte das Horten von Geld in Safes bald Thema werden. „Wir werden versuchen, das Thema Negativzinsen unseren Privatkunden nicht zuzumuten“, sagte Fröhlich. Aber Firmenkunden zahlten teils schon Negativzinsen auf ihre Guthaben.

Die Zinsergebnisse der Kreditinstitute stünden durch die niedrigen Zinsen unter massivem Druck. Die Volksbanken müssten auch deswegen „an allen Ecken und Enden“ Kosten sparen – etwa durch die Schließung von Filialen, den Abbau von Personal und durch Fusionen. „Wann hört Herr Draghi endlich auf?“, fragte Fröhlich.

Auch der Deutsche Sparkassen- und Giroverband und der Bundesverband deutscher Banken haben in den vergangenen Tagen mit scharfen Worten vor einer weiteren Lockerung der Geldpolitik gewarnt. Dennoch wird die EZB heute voraussichtlich weitere umstrittene Schritte beschließen.

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