Düsseldorf. Die Deka-Bank hat am Mittwoch offiziell Gespräche mit der angeschlagenen WestLB über eine Fusion bestätigt. Im Falle eines positiven Verlaufs, könnte im Dezember eine Absichtserklärung (Letter of Intent) unterzeichnet werden.
Die Erfolgschancen werden jedoch offensichtlich unterschiedlich gewichtet. Während die WestLB in Düsseldorf bereits von einem neuen "zentralen Kapitalmarkthaus" schwärmt, äußert sich das Spitzeninstitut der Sparkassen-Finanzgruppe weitaus zurückhaltender. "Wir sind noch lange nicht handelseinig", heißt es in Frankfurt. Bislang hätten Prüfer der Deka noch keinen Blick in die Bücher der WestLB geworfen.
Die Landesbank war schon einmal 2007 durch riskante Anlagengeschäfte ins Schlingern geraten, im Februar diesen Jahres musste die schwarz-gelbe Landesregierung einen fünf Milliarden schweren Rettungsschirm aufspannen. Genau wegen dieser staatlichen Hilfe eröffnete die EU-Kommission gestern ein Beihilfeverfahren gegen Deutschland. Die Wettbewerbshüter werden nun prüfen, ob die WestL B damit gegenüber ihren privaten Konkurrenten unzulässige Vorteile genießt.
Die EU-Kommission billigte seinerzeit die öffentlichen Garantien als eine zeitlich begrenzte Rettungsbeihilfe, verlangte zugleich jedoch eine Restrukturierung. Unter anderem muss die WestLB einen neuen Mehrheitseigner finden: Bis 31. Dezember soll eine Absichtserklärung unterzeichnet, bis September 2009 der Eigentümerwechsel vollzogen sein.
Davon ist bislang noch nichts geschafft. Zwar hat WestLB-Chef Heinz Hilgert in einem Mitarbeiter-Brief die "funktionale Bündelung der Landesbanken" als Ziel ausgegeben. Ob das realistisch ist, ist allerdings unklar. Spekuliert wird, dass das Firmenkundengeschäft der WestLB gut zur LBBW passen könnte, und die Nord/LB womöglich für die WestLB-Tochter Westdeutsche immobilienbank zu interessieren sei.
Klar ist aber: Bis Ende des Jahres muss ein Konzept für die WestLB stehen, mit oder ohne Deka-Bank.
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