Frankfurt. Die Finanzaufsicht Bafin untersucht den außerordentlich hohen Kursanstieg der Volkswagen-Aktie. "Wir schauen uns den Handel mit VW-Papiere auf mögliche Anhaltspunkte für Insiderhandel oder Marktmanipulationen an", sagte eine Sprecher der Behörde am Dienstag.
Auf Basis dieser Untersuchung entscheide die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, ob sie eine formelle Prüfung einleite. Die Analyse dauere aber noch einige Zeit. "In dieser Woche ist keine Entscheidung zu erwarten", sagte die Sprecherin.
Der internationale Aktienindex-Anbieter Stoxx prüft Konsequenzen aus den Kapriolen der Volkswagen-Aktie für seine Börsenbarometer. "Die Situation bei unserem Index-Bestandteil Volkswagen wird derzeit untersucht", teilte das Unternehmen am Dienstag in einer E-Mail an seine Kunden mit. Stoxx werde bis spätestens 22 Uhr unserer Zeit über sein weiteres Vorgehen informieren. Volkswagen ist Teil des EuroStoxx50 der 50 größten börsennotierten Firmen in der Euro-Zone.
Das Gewicht von VW in den Indizes - auch im Dax - ist durch den rasanten Kursanstieg deutlich gestiegen. Fonds, die den Index abbilden, müssten deshalb VW-Aktien kaufen. Allerdings sind nur wenige Stücke im Umlauf, weil Porsche direkt und über Optionen bereits Zugriff auf 74 Prozent der Aktien hat. Weitere 20 Prozent liegen beim Land Niedersachsen.
Zudem verzerren die exorbitanten Kursgewinne die Indizes, deren Gewichtung sich am Börsenwert des Unternehmens orientiert. Daher wächst der Druck von Anlegern und Experten auf die Deutsche Börse, Konsequenzen für den Dax zu ziehen.
Die Deutsche Börse teilte jedoch am Dienstagmorgen mit, es gebe derzeit keine Überlegungen, die VW-Aktie aus dem Dax zu nehmen. Einige Händler nannten das unverantwortlich. (rtr/dpa)
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