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25. Januar 2013

Währungspolitik: Internationaler Währungskrieg befürchtet

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Die vier Währungen "Yuan" (China), "Yen" (Japan), "Dollar" (USA) und "Euro" (Euro-Zone) liegen auf einem Tisch. Die Warnungen vor einem internationalen Währungskrieg mit unübersehbaren Folgen für die Weltwirtschaft werden immer lauter. Foto: dpa

Japans Geldpolitik löst Furcht vor einem weltweiten Abwertungswettlauf aus. US-Großinvestor Soros erhebt Vorwürfe gegen Deutschlands Sparkurs. Er befürchtet sogar, dass dieser zu einem internationalen Währungskrieg führen könne.

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Die deutsche Wirtschaft scheint gerettet. Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im Januar den dritten Monat hintereinander gestiegen, das Ende der Rezession ist nah. „Das ist die Wende“, jubiliert die Deka-Bank. Die Hoffnung der Unternehmen richtet sich vor allem auf den Export. Doch hier lauert die Gefahr: ein Währungskrieg, bei dem die Handelspartner ihre Währungen gezielt abwerten, um Exportanteile zu gewinnen. „Das kann zum Problem werden“, sagt Klaus Wohlrabe, Konjunkturexperte vom Ifo-Institut.

Die USA, Japan, Deutschland, aber auch Schwellenländer wie China oder Südkorea wollen ihre Ausfuhren erhöhen, um mehr Erträge zu erwirtschaften. Gleichzeitig schrumpft das globale Wirtschaftswachstum. Daher beobachten alle Nationen argwöhnisch die Bewegungen der Wechselkurse. Denn hier können schon kleine Veränderungen große Wirkung auf die Exporte haben.

Shinzo Abe löste ein Beben aus

Beispiel Samsung: Der südkoreanische Konzern gab am Freitag bekannt, die Aufwertung der heimischen Währung Won habe den Smartphone-Hersteller 2012 Millionen gekostet. Insbesondere die Aufwertung des Won gegenüber dem chinesischen Yuan kann für Samsung teuer werden. Denn in China ist die Preiskonkurrenz hart. Samsung verkauft sein Handy Galaxy 7568 dort für nur 1300 Yuan, das iPhone 4 von Konkurrent Apple ist mehr als doppelt so teuer. Samsung kalkuliert knapp – und jede Verteuerung des Won kann die Kalkulation zunichte machen.
Auch in China stemmt sich die Regierung gegen die Aufwertung der heimischen Währung. Angesichts extrem niedriger Zinsen in den wichtigen Industrieländern strömt Kapital in die Volksrepublik und setzt den Yuan unter Aufwertungsdruck. Die Devisenbehörde des Landes (SAFE) kündigte am Freitag daher Maßnahmen an, mit denen spekulative Geldzuflüsse nach China eingedämmt werden sollen.

Auslöser des jüngsten Währungsbebens ist Shinzo Abe. Der neue Regierungschef Japans setzt auf eine gezielte Schwächung des japanischen Yen, um die Exportwirtschaft des Landes zu stärken. Etwa 60 Prozent der Unternehmen des Landes sind von der Ausfuhr abhängig. Auf politischen Druck hat die japanische Zentralbank daher umfangreiche Anleihekäufe – also eine Ausweitung des Yen-Angebots – und eine Erhöhung der Inflation angekündigt.
Dies hat den Yen gegenüber dem Dollar deutlich sinken lassen, was japanische Waren auf dem Weltmarkt verbilligt. Diese Politik „ist verstörend“, rügte der US-Zentralbanker James Bullard vergangene Woche, Japan riskiere eine „Beggar-thy-neighbor-Politik“. Zu deutsch: Verarme deinen Nachbarn.

Bis Ende 2014 werde der Yen gegenüber dem Dollar um ein Viertel abwerten, erwarten die Ökonomen der Investmentbank Morgan Stanley. „Das bedeutet eine schockartige Abnahme der Wettbewerbsfähigkeit der japanischen Handelspartner und wird ihre Wirtschaftstätigkeit hart treffen“, so Morgan Stanley.

Die Regierung in Tokio wehrt sich heftig gegen die Kritik aus dem Ausland: „Wir korrigieren lediglich die exzessive Stärke des Yen“, sagte Finanzminister Taro Aso am Freitag.

Auswirkungen auf Europa

Auch in Europa bekommt man die japanische Abwertungspolitik zu spüren. Denn die Euro-Krise hat sich beruhigt, Kapital kehrt zurück nach Europa und lässt den Euro steigen. Vor allem aus Japan fließen Milliarden nach Europa, „die Japaner haben einen besonders ausgeprägten Appetit auf Euro-Anlagen entwickelt“, schreibt Morgan Stanley in einer Studie. Daher sei der Kurs der Europäischen Einheitswährung gegenüber dem Yen noch stärker gestiegen als der US-Dollar. Das beunruhigt die Politik: Ein „allzu hoher Kurs könnte unsere Exporte drücken“, warnte am Freitag Italiens Ministerpräsident Mario Monti im Radiosender RAI.

Nach Meinung des bekannten Financiers George Soros ist insbesondere die Bundesregierung Schuld an der Euro-Aufwertung. „Die Deutschen glauben an Einsparungen, der Rest der Welt glaubt an geldpolitische Lockerungen“, was den Euro in die Höhe treibe, sagte Soros, der mit Währungsspekulationen in den 90er Jahren Milliarden verdient hat. Die Politik Deutschlands könnte ein gefährliche Auseinandersetzung auslösen, die zu einem Währungskrieg führe.
Diese Sorgen teilen die deutschen Unternehmen laut Umfrage des Ifo-Instituts bislang nicht. Sollte es nur um Japan gehen, seien die Folgen vermutlich begrenzt, sagte Ifo-Konjunkturexperte Wohlrabe der Nachrichtenagentur Reuters.
Auch die Ökonomen der Bank Unicredit machen sich bislang keine großen Sorgen. Ein Währungskrieg sei allerdings das große Risiko für die Euro-Zone. „In Zeiten, in denen die Leitzinsen bei null Prozent liegen und die Staaten hohe Defizite haben, nimmt die Versuchung der Abwertung zu“, so Marco Valli von Unicredit.

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