Was ist los mit Europas Konsumenten? Trotz anziehender Konjunktur sind sie seit Anfang des Jahres überhaupt nicht in der Laune, einen PC, Laptop oder eines der kleinen Netbooks zu kaufen. Das erste Quartal ist katastrophal gelaufen: Fast 18 Prozent weniger Computer wurden im Vergleich zum Vorjahr an Privathaushalte verkauft. Alles, was von Haus aus eine Tastatur hat, findet weniger Anklang. Besonders brutal ist der Absturz der Netbooks, deren Marktanteil um ein Drittel gesunken ist.
Das deutet schon an, warum die Konsumenten so zurückhaltend sind: Das leichte und kleine Netbook ist häufig ein Zweit- oder Drittgerät für einfache Aufgaben wie Filme schauen oder E-Mails schreiben. Genau für diese Aufgaben sind aber die neuen Tablet-PC, die per Bildschirmdruck gesteuert werden, ebenfalls bestens geeignet. Und in diesem Markt tut sich eine Menge: Vorreiter Apple hat sein iPad überarbeitet. Die Konkurrenz versucht mitzuhalten: Im Herbst wird ein ganzer Schub günstiger und dennoch leistungsfähiger Tablets erwartet.
In dieser Situation ist es völlig rational, die Kaufentscheidung nach hinten zu verschieben, zumal alte Geräte nicht mehr so schnell technisch veralten wie früher. Für die PC-Hersteller sind die Zahlen ein Weckruf. Lange Zeit ruhten sie sich auf der Annahme aus, der Tablet-PC werde sich kaum auf die Verkaufszahlen anderer Geräte auswirken. Das war eine Fehleinschätzung. Wer jetzt nicht schleunigst ein gutes Gerät auf den Markt bringt, hat bald ein großes Problem.
Nachrichten aus der Wirtschaft, Börsen-Trends, Kurse und Finanz-Themen.
Seit Februar 2010 laufen Bauarbeiten am Stuttgarter Bahnhof. Diskussion, Hintergründe, Fotostrecken und mehr im FR-Spezial.