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26. November 2011

Weihnachtsshopping: Was Sie kaufen müssen, um den Euro zu retten!

 Von Stephan Kaufmann
Festlich gestimmt: Die Deutschen geben jährlich knapp 19 Milliarden Euro nur für Weihnachtsgeschenke aus.  Foto: Reuters/Ina Fassbender

Weihnachtsgeschenke aus den Krisenländern bescheren Freude – und Stabilität in der Eurozone. Wir haben in die Geschäfte geguckt, wie deutsche Einkäufer den gebeutelten Staaten aktuell helfen könnten.

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Der erste Advent steht vor der Tür, das Weihnachtsgeschäft kann beginnen. Angesichts sinkender Arbeitslosenzahlen und steigender Einkommen hofft der deutsche Einzelhandelsverband HDE auf starke Umsätze vor dem Fest. „Man könnte von einem intakten Umfeld für den Einzelhandel sprechen“, so HDE-Chef Josef Sanktjohanser, „wäre nicht die Staatsschulden-Krise im Euroraum.“ Dabei könnten die deutschen Shopper ihren Teil dazu beitragen, die Krise zu beenden – indem sie Güter aus den Krisenländern kaufen.

Das Weihnachtsgeschäft ist wichtig für den Handel – es macht etwa ein Fünftel seines gesamten Jahresumsatzes aus. Derzeit sieht es gut aus, denn die Geldbörsen der Deutschen werden voller: Löhne und Gehälter stiegen um 3,2 Prozent im ersten Quartal und um 4,1 Prozent im zweiten Quartal. Der HDE rechnet daher damit, dass die Verbraucher im November und Dezember den Geschäften einen Umsatz von 78 Milliarden Euro bescheren – 1,2 Milliarden mehr als im Vorjahr. Ein Teil davon könnte für Importe aus Griechenland, Portugal, Spanien und Italien ausgegeben werden.

Dies hätten die Euro-Krisenländer bitter nötig. Denn sie leiden nicht nur unter hohen Zinsen und Staatsschulden, sondern auch unter hohen Defiziten im Außenhandel, vor allem mit Deutschland. Beispiel Italien: Im vergangenen Jahr kaufte das Land deutsche Waren für knapp 59 Milliarden Euro, verkaufte aber nur Waren über 42 Milliarden dorthin. Die Differenz von 17 Milliarden sind Italiens Schulden. Mehr deutsche Käufe würden dieses Defizit verringern.

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Zudem ist Südeuropa auf den Export als Konjunkturmotor angewiesen. Denn in der Region selbst machen die staatlichen Sparprogramme die Menschen ärmer. Die Entlassung öffentlicher Bediensteter und die Krise erhöhen darüber hinaus die Arbeitslosigkeit. Das Überangebot an Arbeitskräften schwächt die Position der Gewerkschaften und drückt so das Lohnniveau. Folge: Die Nachfrage fällt, die Wirtschaftsleistung geht zurück, und damit wird die Schuldenlast immer schwerer.

Also hoffen die Krisenländer auf den Export, insbesondere nach Deutschland, das für sie der wichtigste oder zweitwichtigste Handelspartner ist. Allzu große Hoffnungen können sie allerdings nicht in das Weihnachtsgeschäft setzen. Denn zum Fest werden hierzulande vor allem deutsche Bücher verschenkt – und Spielwaren. Von den importierten Stofftieren, Baukästen und Videospielen kommen jedoch etwa 80 Prozent aus China, Japan und sowie aus den Niederlanden. Für jene, die dennoch etwas für Südeuropas Wirtschaft tun wollen, hat die Berliner Zeitung ein paar Vorschläge gesammelt.

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