Der erste Advent steht vor der Tür, das Weihnachtsgeschäft kann beginnen. Angesichts sinkender Arbeitslosenzahlen und steigender Einkommen hofft der deutsche Einzelhandelsverband HDE auf starke Umsätze vor dem Fest. „Man könnte von einem intakten Umfeld für den Einzelhandel sprechen“, so HDE-Chef Josef Sanktjohanser, „wäre nicht die Staatsschulden-Krise im Euroraum.“ Dabei könnten die deutschen Shopper ihren Teil dazu beitragen, die Krise zu beenden – indem sie Güter aus den Krisenländern kaufen.
Das Weihnachtsgeschäft ist wichtig für den Handel – es macht etwa ein Fünftel seines gesamten Jahresumsatzes aus. Derzeit sieht es gut aus, denn die Geldbörsen der Deutschen werden voller: Löhne und Gehälter stiegen um 3,2 Prozent im ersten Quartal und um 4,1 Prozent im zweiten Quartal. Der HDE rechnet daher damit, dass die Verbraucher im November und Dezember den Geschäften einen Umsatz von 78 Milliarden Euro bescheren – 1,2 Milliarden mehr als im Vorjahr. Ein Teil davon könnte für Importe aus Griechenland, Portugal, Spanien und Italien ausgegeben werden.
Dies hätten die Euro-Krisenländer bitter nötig. Denn sie leiden nicht nur unter hohen Zinsen und Staatsschulden, sondern auch unter hohen Defiziten im Außenhandel, vor allem mit Deutschland. Beispiel Italien: Im vergangenen Jahr kaufte das Land deutsche Waren für knapp 59 Milliarden Euro, verkaufte aber nur Waren über 42 Milliarden dorthin. Die Differenz von 17 Milliarden sind Italiens Schulden. Mehr deutsche Käufe würden dieses Defizit verringern.
Zudem ist Südeuropa auf den Export als Konjunkturmotor angewiesen. Denn in der Region selbst machen die staatlichen Sparprogramme die Menschen ärmer. Die Entlassung öffentlicher Bediensteter und die Krise erhöhen darüber hinaus die Arbeitslosigkeit. Das Überangebot an Arbeitskräften schwächt die Position der Gewerkschaften und drückt so das Lohnniveau. Folge: Die Nachfrage fällt, die Wirtschaftsleistung geht zurück, und damit wird die Schuldenlast immer schwerer.
Also hoffen die Krisenländer auf den Export, insbesondere nach Deutschland, das für sie der wichtigste oder zweitwichtigste Handelspartner ist. Allzu große Hoffnungen können sie allerdings nicht in das Weihnachtsgeschäft setzen. Denn zum Fest werden hierzulande vor allem deutsche Bücher verschenkt – und Spielwaren. Von den importierten Stofftieren, Baukästen und Videospielen kommen jedoch etwa 80 Prozent aus China, Japan und sowie aus den Niederlanden. Für jene, die dennoch etwas für Südeuropas Wirtschaft tun wollen, hat die Berliner Zeitung ein paar Vorschläge gesammelt.
Extravagant, luxuriös, hochwertig und teuer, damit verbindet man die italienische Mode. Italien ist die Heimat weltbekannter Designer wie Dolce&Gabbana, Versace und Armani und einiger der herausragenden Schuhmacher. Es muss jedoch nicht unbedingt ein Kleid für 500 Euro sein. Es geht auch billiger. Manches italienische Stück Mode ist für unter 30 Euro zu haben. Die Vielfalt der italienischen Mode- und Textilindustrie ist riesig.
Und es wird keineswegs nur Mode entworfen. Während die Herstellung von Schuhen- und Bekleidung vieler anderer Länder nach Asien abgewandert ist, stellen die Italiener noch immer viele ihrer Waren selber her. Die Modebranche ist wirtschaftlich bedeutend und hinter der Maschinen- und Metallindustrie der drittwichtigste Exportzweig der Republik.
Verhelfen Sie Italien zu neuem Glanz, lassen Sie Ihre Liebsten gut aussehen. (db.)
Griechenland, das heißt für Urlauber Sonne, Meer und wunderbare Strände. Doch das alleine muss es noch nicht sein. Die Geschichte des Landes als Wiege der Demokratie bietet einen weiteren guten Grund, mal nach Griechenland zu fahren. Buchen Sie also eine Reise oder schenken Sie Ihren Verwandten einen Reisegutschein, für Trauminseln wie Kreta, Kos oder Rhodos – oder für die Hauptstadt Athen. Die Griechen werden es Ihnen danken.
Hotels, Gastronomen, Transportunternehmen, Fremdenführer, Landwirte, Bäcker und Einzelhändler profitieren von Ihrem Besuch – und das ist wichtig für das Land. Schließlich tragen Handel, Gastgewerbe, Transport und Kommunikation einen Drittel zur Wirtschaftsleistung von Griechenland bei. Damit ist die Branche so wichtig wie kein anderer Wirtschaftszweig für das Land.
Machen Sie Urlaub, schaffen Sie Arbeit in Griechenland. (db.)
Zugegeben, jetzt wird es richtig teuer. Aber was tut man nicht alles für sich und seine Familie – und die europäischen Nachbarn? Wir empfehlen den VW Polo. Der Liebling der deutschen Kleinwagenkäufer wird ausschließlich im spanischen Pamplona zusammengebaut. Alternativ wäre als Geschenk ein Modell der VW-Tochter Seat möglich. Sie würden damit 16 000 Mitarbeiter des VW-Konzerns in Spanien unterstützen. Allerdings kostet dieser individuelle Akt der Nächstenliebe mindestens 12 450 Euro. Mit einem Modell von Seat wird die Sache zwar 1 500 Euro günstiger, aber noch längst nicht billig.
Vielleicht entscheiden Sie sich deshalb doch lieber für ein günstigeres Geschenk. Wie wäre es mit deliziösem Serrano-Schinken, feinen Oliven und Olivenölen oder hochwertigen Kosmetika? Nicht jedes Geschenk braucht einen Motor, um Spanien neuen Schwung zu verleihen. (db.)
Schrauben Sie oder Ihre Kinder gerne am Auto herum? Dann legen Sie doch eine Klimaanlage oder Autositze unter den Weihnachtsbaum. Sie würden der wichtigsten portugiesischen Exportbranche helfen. Sollten Sie Probleme bei der Beschaffung haben oder sich die Beschenkten wenig aus Autoteilen machen, dann ist ein Vinho Verde aus den nördlichen Weinbaugebieten Portugals eine feine Alternative. Etwa 30.000 Winzer stellen dort im Nebenerwerb etwa 25 Prozent des portugiesischen Weines her. Eine Flasche gibt es schon für wenige Euro. Alternativ gibt es für alle Freunde von süßlichem Wein den weltbekannten Portwein. Legen Sie noch Stockfisch zu Ihrem Geschenk, kochen Sie gemeinsam das portugiesische Nationalgericht und bescheren Sie der Familie oder Freunden einen südländischen Abend. Mit Vinho Verde oder Portwein stoßen Sie an – auf Ihr Wohl und das Portugals. (db.)
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