Des einen Leid ist des anderen Freud. Während weltweit Konzerne unter den Folgen der Finanzkrise ächzen, ist das Gewicht deutscher Unternehmen an den Weltbörsen gestiegen. Laut einer Analyse der Wirtschaftsprüfer von Ernst&Young zählten Ende 2008 acht Konzerne aus der Bundesrepublik zu den 100 wertvollsten Unternehmen der Welt.
Ein Jahr zuvor hatten es sieben geschafft, Ende 2006 nur vier. Im Nationenranking belegt Deutschland zusammen mit China und Frankreich Platz zwei hinter den USA. Ein Jahr zuvor reichte der Wert der teuersten Konzerne Platz vier.
Wertvollstes deutsches Unternehmen war am 31. Dezember 2008 Volkswagen mit einer Marktkapitalisierung von 109,7 Milliarden Dollar. Der Autokonzern hatte binnen eines Jahres 27 Milliarden Dollar zugelegt und kletterte im Ranking von Platz 94 auf 26.
Außerdem sind Eon, Siemens, Deutsche Telekom, RWE und der Finanzkonzern Allianz in den Top 100 vertreten. Bayer und SAP gelangten neu in die Liste, Daimler flog raus.
Trotz der günstigeren deutscher Konzerne an den Weltbörsen zählt die Bundesrepublik aus Sicht von Ernst&Young nicht zu den Gewinnern der Finanzkrise. Einzig Volkswagen profitierte von der starken Nachfrage nach Anteilsscheinen, was viel mit der Spekulation rund um die Aktie zu tun hat.
Zusammen verloren die gelisteten deutschen Konzerne ein Drittel ihres Marktwertes. Ihre internationalen Wettbewerber mussten aber im Schnitt stärkere Kursrückgänge hinnehmen. Der Wert der 100 teuersten Unternehmen sank um 42 Prozent. Besonders traf es Finanzkonzerne, statt 27 sind nur noch 16 im Ranking vertreten.
Die USA stehen als Gewinner da. 43 statt zuvor elf US-Firmen schafften es in die Liste. "Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass die aktuelle Krise, die in den USA ihren Ursprung hat, nun zu einem Bedeutungsgewinn der US-Wirtschaft an den internationalen Börsen führt", sagte Ernst&Young-Vorstand Hendrik Hollweg.
Er rechnet zudem damit, dass Finanzkonzerne nach der Krise wieder an Wert und Bedeutung gewinnen. Das kann allerdings zulasten deutscher Konzerne gehen und die Bundesrepublik den zweiten Platz im Ranking kosten.
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