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Kommentar zu Moody's: Wie Anleger zur Kasse gebeten werden können

Die EU arbeitet an der Quadratur des Kreises - die Querschläger aus den Ratingagenturen machen das nicht leichter. Die groß angekündigte Beteiligung des Finanzsektors an den Rettungsmaßnahmen ist ein Rohrkrepierer.

Die Krise in Euro-Land geht in eine neue Runde. Die Ratingagentur Moody‘s hat Portugals Kreditwürdigkeit auf Ramsch herabgestuft. Grund laut Moody’s: Die Finanzmärkte dürften Portugal auf absehbare Zeit keine Kredite zu bezahlbaren Zinsen geben. Die Anleger werden das Land meiden, unter anderem, weil  eine neue Gefahr aufgetaucht ist: Sollte Portugal ein zweites Mal vom Euro-Rettungsschirm aufgefangen werden müssen, so  sollen sich künftig auch private Gläubiger an einer Umschuldung des Landes beteiligen. So will es die  EU.

Es wird klar: Die groß angekündigte Beteiligung des Finanzsektors an den Rettungsmaßnahmen ist ein Rohrkrepierer. Das zeigt das Beispiel Griechenland. Einerseits sollen die Banken Griechenland entlasten. Andererseits sollen sie nicht belastet werden, weil sonst die Ratingagenturen offiziell einen Zahlungsausfall feststellen.

An diesem Kunststück arbeitet die EU. Das Ergebnis sieht bislang traurig aus. Die Beteiligung privater Gläubiger an einer Umschuldung nützt  Griechenland fast nichts, schadet den Banken nur wenig, dürfte einen Zahlungsausfall am Ende nicht verhindern und sorgt jetzt schon dafür, dass Länder wie Portugal ihre Kreditwürdigkeit verlieren. Dabei gäbe es viele Wege, Anleger zahlen zu lassen: Finanztransaktionssteuern, Vermögensteuern oder höhere Kapitalertragssteuern – all dies brächte Geld, ohne dass Ratingagenturen Einwände erheben könnten.

Die Noten der Ratingagenturen
Buchstabencode

Für ihre Einstufungen verwenden die Rating-Agenturen Buchstabencodes. Die Skala beginnt in der Regel mit der Bestnote AAA, es folgen AA, A, BBB, BB, B, CCC, CC, C. Die meisten Stufen können mit Plus- und Minuszeichen unterteilt werden.

Der deutsche Beitrag zur Rettung des Finanzsystems
Bürgschaften für die Welt

Seit dem Frühjahr 2010 gibt es ein Hilfspaket für Griechenland. Die Euro-Länder und der Internationale Währungsfonds (IWF) haben es geschnürt. Zudem haben Euro-Gruppe und IWF einen Rettungsschirm für strauchelnde Länder mit der gemeinsamen Währung gespannt. Mitte 2013 startet dann ein dauerhafter Rettungsschirm (ESM).

Deutschland trägt als größte Volkswirtschaft Europas und wichtigster Anteilseigner der Europäischen Zentralbank (EZB) den höchsten Anteil - bisher in Form von Bürgschaften. Die deutschen Steuerzahler müssten erst zahlen, wenn Kredite ausfallen, also, wenn beispielsweise Griechenland zahlungsunfähig wäre. Bisher verdient Deutschland sogar an den Zinsen. Von 2013 an muss Berlin für die Euro-Rettung höhere Schulden machen:

Der griechische Faktencheck I
Die antiken Statuen von Karyatis im Erehtheio der Akropolis in Athen (Archivbild)
Foto: dpa
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Faktencheck II: Wie Deutsche von Griechenland-Krise profitieren
Griechenland soll neue Milliardenhilfen erhalten.
Zahlt der deutsche Steuerzahler für die Griechen?

Blecht der Deutsche für Griechenland? Die meistverbreiteten Mythen über die Griechenland-Krise und die deutsche Rolle im Faktencheck von Stephan Kaufmann.

Datum:  6 | 7 | 2011
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