Es ist soweit: Der Winterschlussverkauf startet. 50 Prozent auf Pullover, 70 Prozent auf Mäntel - die Reduzierungswelle in den Modegeschäften war in größeren Städten zwar bereits seit Wochen in vollem Gange. Aber nur für einzelne Artikel, wie Ulrike Hörchens, Sprecherin des Handelsverbands Deutschland (HDE), erklärt.
Heute, am letzten Montag im Januar, erreicht der Abverkauf von Herbst- und Winterware nach wie vor seinen Höhepunkt - der Tag, an dem früher der gesetzlich festgelegte Winterschlussverkauf startete.
Jetzt gewährten Textilhändler flächendeckend und bundesweit Rabatte aufs gesamte Wintersortiment, so Hörchens. "In der Spitze sind bis zu 80 Prozent Nachlass möglich." Denn die Lager müssen geräumt werden, schließlich drängt die Frühjahrsware schon wieder in die Läden.
Wo 70 Prozent Rabatt drauf steht, wird er auch tatsächlich gewährt - davon ist Hörchens überzeugt. "Das sind keine Mondpreise." Kein Händler könne es sich erlauben, Ware erst teurer zu machen, um dann hohe Rabatte zu geben.
Früher musste in zwei Wochen alles raus. Heute beginnen die Textilhändler - je nach Standort - bereits vor Weihnachten damit, ihre Lager durch Preisnachlässe zu räumen. Zum Jahresanfang dienten Rabatte dazu, um in der ruhigen Zeit nach Weihnachten Kunden in die Städte zu ziehen, sagt Hörchens.
Der Schlussverkauf sei als jahrzehntelange Tradition noch immer in den Köpfen der Verbraucher und für den Handel ein Werbe-Ereignis, das für volle Geschäfte sorge. Deshalb sei der Schlussverkauf besonders für die Händler in den ländlichen Regionen und in kleinen und mittleren Städten von großer Bedeutung.
Zumal die Kunden nicht nur Reduziertes kauften, sondern häufig auch zur Frühjahrsware griffen - "ein positiver Nebeneffekt", wie Hörchens sagt. Der freiwillige Schlussverkauf dauert etwa zwei Wochen, kann aber je nach Standort und Wetter auch länger gehen.
Die Minusgrade der vergangenen Wochen haben die Nachfrage nach warmer Kleidung noch einmal kräftig angekurbelt, wie der Bundesverbands des Deutschen Textileinzelhandels (BTE) mitteilt. Noch sei aber genug Winterware da, beruhigt BTE-Sprecher Axel Augustin, "allerdings nicht mehr in allen Größen und Farben".
Die Höhe eines Rabattes hänge auch davon ab, ob die Farbe des Kleidungsstücks in der nächsten Saison noch aktuell sein wird oder nicht. Der Schlussverkauf sei "nach wie vor die beste Möglichkeit, reduzierte Ware zu vermarkten" und bringe mehr ein, als die Kleidungsstücke etwa an Outlet-Center oder Posten-Händler zu verkaufen, so Augustin.
Seit seiner Freigabe beschränkt sich der Schlussverkauf längst nicht mehr auf den Textilhandel: Elektronik- und Baumärkte, aber auch Möbelhäuser nutzen die Schnäppchenzeit als Werbeinstrument, sagt Hörchens. Sogar Lebensmittelhändler würden in Prospekten damit werben.
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